Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Was das Sexualleben stört Wenn die Prostata wächst

Ab etwa Mitte dreißig beginnt die Prostata unweigerlich zu wachsen. Veränderungen in diesem Bereich können auch die Sexualität beeinflussen. Zwar beeinträchtigt eine gutartige Prostatavergrößerung die Erektionsfähigkeit meist nicht (außer in Extremfällen oder bei Beschwerden durch häufiges Wasserlassen, vor allem in der Nacht), aber das Ejakulat kann sich verändern (weil es in der Prostata produziert wird).

Von: Holger Kiesel

Stand: 25.10.2017

Schematische Darstellung einer Prostata auf einem Computerbildschirm | Bild: picture-alliance/dpa

Anders kann es beim Prostatakarzinom aussehen: Ist ein Tumor groß und wächst über das Organ hinaus, kann auch die Erektionsfähigkeit gestört sein. Auch können, wenn die Prostata operativ entfernt oder bestrahlt werden muss, die Nerven verletzt werden, die die Erektion steuern. Ähnliches gilt für andere Eingriffe im Bereich des kleinen Beckens (z.B. Darmoperationen).

Erkrankungen, die das Sexualleben hemmen

Bestimmte Erkrankungen beeinflussen das Sexualleben indirekt, weil sie Belastbarkeit und Beweglichkeit einschränken. Dazu gehören:

  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Einschränkungen im Bewegungsapparat (Hüftprobleme etc.)
  • starkes Übergewicht (Adipositas)

Zeugungsunfähigkeit

Wenn Männer unfruchtbar sind, liegt der Grund in mangelhafter Qualität ihrer Spermien (zu wenig Ejakulat, zu wenige Spermien, mangelnde Beweglichkeit, zu kurze Lebensdauer). Ursachen können sein:

  • Rauchen
  • schlechte Ernährung
  • Alkohol- oder Drogenmissbrauch
  • Umweltgifte
  • Stress
  • ionisierende Strahlung (z.B. Röntgen)
  • Krankheiten (z.B. Mumps) und Infektionen
  • sehr häufige Saunabesuche
  • exzessiver Leistungssport
  • bestimmte Medikamente
  • fehlerhafter Transport der Spermien in die Gebärmutter

Ein Spermiogramm gibt Aufschluss

Beim Verdacht auf Unfruchtbarkeit oder mangelnde Spermienqualität sollte beim Facharzt ein Spermiogramm gemacht werden. Danach können, je nach Ursache, die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen ergriffen werden.

Rauchen schadet der Sexualität

Rauchen schadet einerseits der Fruchtbarkeit, da es die Beweglichkeit der Spermien vermindert. Zum anderen macht es die Gefäße kaputt, so dass man nach zwanzig Jahren mit mindestens einer Schachtel Zigaretten pro Tag von einer Impotenzquote von dreißig bis vierzig Prozent ausgehen muss. Zudem neigen Raucher auch oft stärker zu anderen Suchtformen (Alkohol, übermäßiges Essen).


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