Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Aufbau der Schulter Wie ist die Schulter aufgebaut?

Das Schultergelenk besteht grundsätzlich aus Gelenkkopf und Gelenkpfanne. Dabei ist die Pfanne ein Teil des Schulterblattes (Scapula). Darüber befindet sich das sogenannte 'Schulterdach', bestehend aus einem Knochenvorsprung (Akromion) und dem Schlüsselbein.

Stand: 22.08.2017

Die Schulter ist ein besonderes Gelenk, eine eher instabile Konstruktion - im Bild: Röntgenbild einer gesunden Schulter ohne Befund | Bild: picture-alliance/dpa

Hinzu kommen stabilisierende Weichteilkomponenten:

  • Das Labrum (Knorpellippe)
  • Die Gelenkkapsel
  • Die Schulterbänder
  • Die Rotatorenmanschette (vier Sehnen und Muskeln, die den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne zentrieren)

Die Schulter – ein besonderes Gelenk

Das Schultergelenk ist – im Vergleich zu anderen Gelenken – eine vom Knochen her eher instabile Konstruktion, da der Oberarmkopf von der Gelenkpfanne nur wenig umfasst wird. Stabilität erhält das Ganze durch die Sehnen und Muskeln der Rotatorenmanschette. Dieser Aufbau hat Vor- und Nachteile:

  • Zwar garantiert er den außergewöhnlich großen Bewegungsumfang des Schultergelenks.
  • Aber dadurch kommt es leichter zu Ausrenkungen sowie Verletzungen und Abnutzung im Sehnenbereich.

Eine häufige Folge: Arthrose im Schultergelenk.

Gelenkersatz in der Schulter

Muss ein künstliches Gelenk in die Schulter eingesetzt werden, ist das kein reiner Eingriff am Knochen, sondern vielmehr eine Weichteil-Operation – im Gegensatz etwa zu einer OP im Hüftbereich. Das bedeutet: Je stärker der Weichteilapparat in der Schulter eines Patienten geschädigt ist, desto schlechter ist zwangsläufig auch das Resultat, das ein eingebautes Implantat liefern kann.

Warum man künstliche Gelenke braucht

Die Hauptursache, dass Gelenkersatz überhaupt notwendig wird, ist Arthrose im Schultergelenk.

  • Häufig gehen dabei Ausrenkungen (Luxationen) der Schulter voraus.
  • Ein weiterer Grund sind Brüche im Schulterbereich (oft ältere Patienten mit Osteoporose).
  • Bei einer dritten Gruppe von Betroffenen ist der Muskel- und Sehnenapparat so verschlissen, dass die Schulter nicht mehr bewegt werden kann (Defektarthopathien).

Prävention ist schwierig

Fehlbelastungen und Lebensstilfaktoren spielen als Ursache für Schädigungen der Schulter - anders als bei der Hüfte oder beim Knie - keine große Rolle. Die Gründe liegen hier eher im Bereich der genetischen Disposition oder der Traumata. Zudem lassen sich Stürze oder Luxationen nicht immer bewusst vermeiden. Deshalb ist Vorbeugung in diesem Bereich schwierig.

"Zwei Ratschläge kann man allerdings dennoch geben: Die Schultern in Bewegung halten und übermäßige, einseitige Belastungen wie z.B. ständige Überkopfarbeit ohne Ausgleich vermeiden."

Prof. Peter Müller, Leiter der Abteilung Schulter- und Kniechirurgie am Klinikum München-Großhadern.


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