Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Schlecht geschlafen Störungen und Ursachen

Grundsätzlich spricht man von einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung, wenn der Tagesablauf durch den gestörten Nachtschlaf erheblich beeinträchtigt ist und sie länger als vier Wochen andauert.

Stand: 11.07.2016

Verzweifelter Mann hält sich ein Kopfkissen an die Ohren | Bild: colourbox.com

Hat jemand mehr als drei Monate permanent Probleme, gilt die Schlafstörung als chronisch.

Formen der Störungen

Es gibt ungefähr 80 verschiedene Formen von Schlafstörungen. Im Groben kann folgende Einteilung vorgenommen werden:

  • Insomnien (Ein- und Durchschlafstörungen)
  • Schlafbezogene Atemstörungen (Schnarchen, Schlafapnoe)
  • Hypersomnien (Störungen durch zu viel Schlaf)
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (Jetlag, Schichtarbeit)
  • Parasomnien (störende Begleiterscheinungen des Schlafes, z.B. Schlafwandeln)
  • Bewegungsstörungen, die den Schlaf beeinträchtigen (Restless-legs-Syndrom)

Ursachen von Insomnien

Ursache für eine Ein- oder Durchschlafstörung ist in der Regel entweder übermäßige Anspannung oder ein Fehlverhalten des Betroffenen: So kann z.B. Alkoholgenuss, spätes Essen oder langes Sitzen am Computer oder vor dem Fernseher am Abend den Schlaf negativ beeinflussen. Auch Erkrankungen oder organische Störungen (Überfunktion der Schilddrüse) oder Medikamente können Insomnien auslösen. Es gibt aber auch sogenannte Sekundäre Insomnien, bei denen andere Ursachen wie z.B. Schmerzen vorliegen.

"Hauptursache für Schlafprobleme ist fehlende Entspannung. Wenn wir unsere Sorgen mit ins Bett nehmen, uns zu viele Gedanken machen, können wir oft schlecht ein- oder nicht lange durchschlafen. Meist können wir gar nichts dagegen machen, dass uns Probleme beschäftigen."

Prof. Jürgen Zulley, Schlafforscher Universität Regensburg

Ursachen der Schlafapnoe

Eine Schlafapnoe wird ausgelöst durch eine Verengung der Atemwege, insbesondere im Schlundbereich. Häufig tritt diese Störung bei übergewichtigen Menschen auf, weil zu viel Fettgewebe im Halsbereich vorhanden ist. Durch die Verengung muss die Luft beim Atmen stärker angezogen werden, wodurch das Geräusch des Schnarchens entsteht. Im schlimmsten Fall kommt es zum Verschluss der Atemwege und zu Atemaussetzern.

Folgen der Schlafapnoe

Menschen mit Schlafapnoe leiden oft unter großer Tagesmüdigkeit und schlafen auch zuweilen spontan ein. Langfristig kann die regelmäßige Sauerstoffunterversorgung durch eine Schlafapnoe zu Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

"Es gibt zwar einen Automatismus, der dafür sorgt, dass die Atmung immer wieder einsetzt, aber allzu häufige Aussetzer stören den erholsamen Schlaf erheblich."

Prof. Jürgen Zulley, Schlafforscher Universität Regensburg

Schlafstörungen nach dem ersten Kind

Gerade bei Frauen beginnen Schlafstörungen auch häufig mit dem ersten Kind. Dadurch, dass ein Säugling zunächst nicht durchschläft, ist natürlich auch der Schlafrhythmus der Mutter beeinträchtigt. Daraus können längerfristige Schlafprobleme entstehen.

Chronobiologische Faktoren

Es gibt auch Menschen, die extreme Morgen- bzw. Abend-/Nachttypen sind. Wer dann trotzdem – etwa berufsbedingt – zu anderen Zeiten besonders aktiv sein muss, kann Probleme mit seinem Schlaf-Wach-Rhythmus bekommen. Man spricht bei denjenigen, die morgens sehr schwer aus dem Bett kommen von einem sogenannten Schlafphasen-Verzögerungs-Syndrom. Hiervon sind besonders häufig jüngere Menschen betroffen.

Problem: Solche chronobiologischen Faktoren werden in der Arbeitswelt oft unterschätzt.


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