Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


5

Guter Schlaf Qualität und Quantität

Bei der Frage, ob jemand genug schläft, geht es nicht so sehr um die Länge der Nachtruhe, als vielmehr um die Qualität des Schlafes. Deshalb kann hier auch nur schwer eine bestimmte Stundenzahl angegeben werden.

Stand: 11.07.2016

Im Bett schlafende Frau mit Wecker auf dem Nachttisch | Bild: colourbox.com

"Von ausreichend Schlaf kann dann gesprochen werden, wenn sich jemand die meiste Zeit des Tages über fit und ausgeschlafen fühlt."

Prof. Jürgen Zulley, Schlafforscher Universität Regensburg

Was bewirkt Schlafmangel?

Zu wenig Schlaf hat sowohl kurzfristige als auch langfristige Effekte.

  • Hat jemand nur eine Nacht schlecht geschlafen, findet zunächst eine Art Überkompensation durch den Körper statt: Das heißt, man fühlt sich am nächsten Morgen erst mal fitter als gewöhnlich. Der Einbruch folgt erst später.
  • Hält der Schlafmangel längere Zeit an, lässt die Leistungsfähigkeit nach: Die Reaktionen verlangsamen sich und das Gedächtnis wird schlechter. Langfristig leidet auch das Immunsystem unter dem Schlafmangel und das Risiko für Infektionskrankheiten nimmt stark zu. Außerdem werden Verdauung und Herz-Kreislauf-System massiv gestört.

Man kann auch zu viel schlafen

Beim Schlaf gilt auf gar keinen Fall 'je mehr, desto besser'. Wer zu lange schläft, fühlt sich weniger fit als sonst.

"Amerikanische Kollegen behaupten sogar, wer regelmäßig sehr lange schläft wird schneller krank und stirbt früher. Das dürfte zwar übertrieben sein, aber besonders lange zu schlafen, hat wohl eher Nach- als Vorteile."

Prof. Jürgen Zulley, Schlafforscher Universität Regensburg.

Tagschlaf ist gesund

Tagsüber zu schlafen, ist erholsam und wirkt leistungssteigernd. Dabei ist es nicht entscheidend, ob man regelmäßig Mittagsschlaf macht oder einmal ein kurzes Nickerchen zwischendurch.

Wichtig:

Die ideale Länge für den Schlaf zwischendurch sind zehn bis 30 Minuten. Nicht länger!

Brauchen ältere Menschen tatsächlich weniger Schlaf?

Ältere Menschen schlafen zwar nachts im Durchschnitt tatsächlich weniger als jüngere. Sie holen dieses Defizit aber durch mehr Tagschlaf wieder herein. In der Summe bleibt der Schlafbedarf in etwa gleich.


5