Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Hintergrund Schlafstörungen

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Therapie Welche Behandlung bei Schlafstörungen hilft

Wer längere Zeit Schlafprobleme hat, sollte auf jeden Fall zum Hausarzt gehen. Tritt innerhalb von drei Monaten keine Besserung ein, ist ein Besuch beim Facharzt anzuraten.

Stand: 11.07.2016

Neben Schlafmitteln schlafender Mann | Bild: colourbox.com

Das wäre im Fall einer Insomnie der Neurologe oder Psychiater, bei einer Schlafapnoe der Lungenfacharzt. Bringt auch das nichts, kann möglicherweise die Spezialdiagnostik in einem Schlaflabor Aufklärung bringen.

"Manchmal hilft es aber auch schon, wenn sich ein Betroffener über das Thema Schlaf informiert. Denn auch eine falsche Erwartungshaltung an die Nachtruhe kann Schlafstörungen auslösen."

Prof. Jürgen Zulley, Schlafforscher Universität Regensburg

Wann helfen Schlafmittel?

Vor der Einnahme von Schlafmitteln sollte zunächst die Ursache für die Probleme abgeklärt werden. Grundsätzlich sollten Schlafmittel die ultima ratio sein. Wichtig ist auch, dass solche Präparate nur kurzfristig oder gelegentlich und unter strenger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden sollten: Das heißt, nicht länger als drei Wochen. Sinnvoll können Medikamente sein, um plötzlich auftretende massive Schlafprobleme zu lindern oder eine schon länger vorhandene chronische Schlafstörung zu durchbrechen.

Welches Mittel ist das richtige?

Besonders verträglich bei Schlafproblemen sind pflanzliche Mittel, die Baldrian enthalten. Sie sind in der Regel nicht verschreibungspflichtig und weitgehend frei von Nebenwirkungen. Zu der Gruppe der verschreibungspflichtigen Schlafmittel gehören neben den klassischen Schlafmitteln, die nur kurzfristig oder gelegentlich eingenommen werden sollten, auch Antidepressiva. Sie können länger verabreicht werden, da die Gefahr einer Abhängigkeit geringer ist, haben aber andere Nebenwirkungen.

Achtung:

Von der Einnahme von Antihistaminika (Allergiemittel) bei Schlafproblemen ist eher abzuraten, da sie in größeren Mengen toxisch wirken.

Vorsicht Nebenwirkungen!

  • Grundsätzlich besteht bei den klassischen Schlafmitteln, wenn man sie über längere Zeit einnimmt, immer eine gewisse Suchtgefahr.
  • Außerdem kann ein Toleranzeffekt eintreten, wenn der Körper sich an ein Mittel gewöhnt hat, sodass die Dosis immer weiter erhöht werden muss, um eine Wirkung zu erzielen.
  • Auch möglich, speziell bei den Insomnien, ist ein sogenannter Rebound: Dabei verstärken sich die Schlafprobleme nach dem Absetzen eines Medikaments im Vergleich zu vorher.

Zu beachten: Bei Antidepressiva besteht zwar keine Suchtgefahr, dafür werden aber z.B. Herz und Augen erheblich belastet und sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden.

Nichtmedikamentöse Therapie

Gerade bei Insomnien ist eine Therapie ohne Medikamente – abgesehen vom Abstellen einer offensichtlichen Ursache – oft schwierig. Verhaltenstherapie kann allerdings helfen, Fehlverhalten als Ursache von Schlafstörungen zu korrigieren. Grundsätzlich sollte aber erst einmal Information über den Schlaf erfolgen, um falsche Erwartungshaltungen zu korrigieren. Hierzu gibt es geeignete Literatur oder auch Seminare. Manchmal bieten auch Schlaflabore entsprechende Therapien und Hintergrundinformationen zum Thema Schlaf an.  

Konditionierte Schlafstörungen

Wenn die Ursache einer Schlafstörung (z.B. Stress) eigentlich beseitigt ist, die Probleme aber dennoch weiter bestehen, spricht man von einer sogenannten konditionierten Schlafstörung. Auch hier sollte verhaltenstherapeutisch gearbeitet werden.


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