Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


8

Wer bezahlt die Reha? Kostenträger bei einer Anschlussheilbehandlung

Hat man länger als fünfzehn Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt, dann ist sie die Ansprechpartnerin für eine Reha. Sie prüft den Antrag und übernimmt im positiven Fall die Kosten. Außerdem entscheidet sie, ob man stationär oder ambulant behandelt wird. Wer weniger als fünfzehn Jahre erwerbstätig ist (und somit nicht so lange in die Rentenversicherung eingezahlt hat) oder bereits in Rente ist, für den ist die Krankenkasse zuständig.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 12.01.2016

Reha-Behandlung | Bild: colourbox.com

Wer mit den Folgen eines Arbeitsunfalls zu tun hat, muss sich zur Kostenübernahme an seine Unfallversicherung wenden. Generell variieren die Leistungen nach stationärer und ambulanter Reha und Vorsorgekur.

Zuzahlungen

Wer stationäre Reha-Leistungen in Anspruch nimmt, muss für jeden Kalendertag eine eigene Zuzahlung leisten:

"Grundsätzlich müssen alle, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, je Kalendertag zehn Euro dazu bezahlen. Bei einer Reha, die von der Krankenkasse bezahlt wird, richtet sich die Zuzahlung nach §40 Abs. 5 Sozialgesetzbuch 5, bei einer Reha von der Rentenversicherung nach §32 Sozialgesetzbuch 6."

Claudia Spiegel, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK Bayern e.V. in München

Bezüge während der Reha

Wer eine Reha macht, bekommt je nach Kostenträger entweder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vom Arbeitgeber, eventuell Krankengeld von der Krankenkasse oder Übergangsgeld von der Rentenversicherung. Wer einen Berufsunfall hatte und deswegen zur Reha geht, bekommt Verletztengeld von der Unfallversicherung – in der Regel wird man also während der Reha nicht ohne Einnahmen da stehen.

Widerspruch bei Ablehnung

Lehnt der Kostenträger eine Reha ab, obwohl ein Patient der Überzeugung ist, er brauche sie, dann kann er sich an den VdK wenden.

"Wir prüfen den Sachverhalt, schauen nach, ob man den Antrag z.B. durch weitere medizinische Befunde noch ausführlicher untermauern könnte und legen dann ggf. zusammen mit dem Patienten Widerspruch ein, wenn nötig kommt es bis zur Klage."

Claudia Spiegel, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK Bayern e.V. in München

"Allerdings ist der Umstand, dass eine Reha nicht bewilligt wird, oder dass die Ärzte sie nicht empfehlen, nicht unbedingt eine falsche Entscheidung oder eine Kostenentscheidung, sondern kann auch inhaltlich begründet sein."

Priv.-Doz. Dr. med. Eduard Kraft, Klinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München Großhadern


8