Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Hürden beim Entzug Die ersten Schritte als Nichtraucher

Mit dem Aufhören allein ist es nicht getan. Ohne Zigarette muss das Leben neu geordnet und müssen viele eingeübte Situationen "überlernt" werden. Wer genau weiß, was auf einen zukommt, kann den Hürden gefasster ins Auge sehen - besonders wenn man sich vergegenwärtigt, dass man sich gleichzeitig auch mit dem Nichtrauchen belohnt.

Stand: 01.08.2016

Ausgedrückte Zigarette auf Verbotsschild | Bild: Getty Images

Entzugserscheinungen

Personen, die vor allem in Stresssituationen geraucht haben, können erhöhte Nervosität zeigen, sich unruhig fühlen und ruhelos. Andere berichten von depressiven Verstimmungen und Niedergeschlagenheit.

"Es ist bekannt, dass Nikotin leicht antidepressiv wirkt. Personen, die die Zigarette zur Stimmungsaufhellung benutzt haben, können darunter leiden, dass sie dieses Hilfsmittel jetzt nicht mehr haben. Auch von erhöhter Ängstlichkeit ist berichtet worden, denn Nikotin wirkt Angst lösend. Außerdem sollten Sie auf plötzliche Heißhungerattacken gefasst sein, weil Nikotin den Appetit unterdrückt hat und der Körper jetzt einiges nachholt. Auf die Entzugserscheinungen kann man sich aber gut einstellen, schließlich dauern sie meist nur zwei Wochen, wenn sie überhaupt auftreten."

Dr. Christoph Kröger von der IFT-Gesundheitsförderung in München

Neue sinnliche Entdeckungen
Der Geruchs- und der Geschmackssinn verbessern sich. Viele Raucher sind erstaunt, wenn sie merken, wie reduziert sie ihre Umwelt vorher wahrgenommen haben.
Aber auch ganz lebenswichtige Dinge verbessern sich schnell: Blutdruck und Kohlenmonoxidgehalt im Blut normalisieren sich.
Gleichzeitig sinken die Risiken für Erkrankungen der Lunge, für die des Kreislaufs und schließlich auch das Krebsrisiko. Nach zehn bis 15 Jahren haben Raucher in etwa dasselbe Risiko, an Krebs zu erkranken, wie Nichtraucher.

Verursacht das Rauchen bleibende Schäden?

Rauchen bewirkt Veränderungen im Gehirn. Nach heutiger Erkenntnis kann man nicht sagen, ob diese Veränderungen wieder verschwinden oder nicht. Viele andere Schäden jedenfalls, die durch das Rauchen verursacht worden sind, sind reversibel - es sei denn, Gefäße sind bereits zerstört worden. Ein Raucherbein beispielsweise kann nicht mehr gesund werden.

So helfen Sie als "Nicht-mehr-Raucher" Ihrer Gesundheit

  • Schon 20 Minuten nach Ihrer letzten Zigarette sinkt der Blutdruck auf den persönlichen Normalwert.
  • Nach 12 Stunden normalisiert sich die durch Kohlenmonoxid blockierte Sauerstoffaufnahme ins Blut und entlastet Herz und Lunge.
  • Nach zwei Tagen wird der Geruchs- und Geschmackssinn besser.
  • Nach einer Woche ist das akute Herzinfarkt-Risiko schon um ein Drittel reduziert.
  • Nach zwei Monaten ist die Lungenleistung um fast 30 Prozent besser, und die Schleimhäute der Lungen beginnen sich zu erholen.
  • Nach einem Jahr ist das Lungenkrebs-Risiko um die Hälfte gesunken, und die Hirndurchblutung hat sich normalisiert.
  • Nach fünf bis acht Jahren ist das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall wie das eines Nichtrauchers.
  • Nach 15 Jahren ist das Krebsrisiko wie das eines Nichtrauchers.

(Quelle: Dr. Marianne Koch in: "Mein Gesundheitsbuch", dtv)


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