Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Methoden zum Rauchen aufhören Wege in die Abstinenz

Die Hürden sind groß, und ein Leben ohne Zigaretten ist für Kettenraucher nur schwer vorstellbar. Wer sich aber ernsthaft mit seinem Rauchverhalten auseinandersetzt und vielleicht auch wagt, genauer hinzusehen, warum der Glimmstängel in bestimmten Situationen das Leben anscheinend erleichtert, der bringt schon eine wesentliche Voraussetzung mit: sich der eigenen Wünsche und Bedürfnisse bewusst werden. Erst daraus kann die Entscheidung wachsen, dem Rauchen ein Ende zu bereiten.

Stand: 01.08.2016

Zerknüllte Zigarette und zerdrückte Zigarettenschachtel | Bild: Getty Images

Aufhören ist ein Prozess

Von einem auf den anderen Tag werden die allerwenigsten zum Nichtraucher. Die Hälfte aller Raucher hat schon einmal probiert, mit dem Rauchen aufzuhören. Es gehört schon fast dazu, daran gescheitert zu sein.

Als erster wichtiger Schritt gilt, seine Motivation zu überprüfen: "Will ich tatsächlich aufhören?" Das sollte man sich genau überlegen – Experten raten dazu, das schriftlich zu tun, dann ist es verbindlicher - beginnend mit der Frage: Was ist eigentlich das Schöne an der Zigarette? Eine Gefahr beim Aufhören ist nämlich, dass man die Zigarette verteufelt und vergisst, was man Gutes an ihr hat und hatte.

"Die ständige Belohnung, die man mit sich herumträgt - das kann nichts und niemand sonst bieten, kein Ehepartner, keine Kinder, keine Arbeit und auch nicht die besten sportlichen Erfolge und das schönste Essen. Wenn man rauchfrei leben will, dann entscheidet man sich auch gegen diesen positiven Kick. Viele Raucher merken das erst, wenn sie aufgehört haben. Außerdem kann man mit der Zigarette sein Gewicht gut regulieren. Viele Leute entwickeln nach dem Aufhören mehr Appetit und sind dann frustriert, wenn sie zunehmen."

Dr. Christoph Kröger von der IFT-Gesundheitsförderung in München

Wer kann beim Aufhören helfen?

Die Entscheidung und der Wille zum Aufhören bzw. zum rauchfreien Leben müssen von dem Raucher mitgebracht werden. Er kann natürlich dabei unterstützt werden, die positiven Aspekte des Rauchens gegen die negativen abzuwägen. Aber irgendwann sollte er selbst die klare Entscheidung treffen: "Ich möchte jetzt aufhören!" Wie bei jeder Entscheidung kommen natürlich auch irgendwann Zweifel. Dann kann es helfen,

  • wenn man Unterstützung hat,
  • wenn man eine klare Vorstellung hat, warum man rauchfrei leben will, oder
  • wenn man sich eine Belohnung gesetzt hat.

"Wenn Sie für sich allein entschieden haben, dem Rauchen ein Ende zu setzen, dann ist es tatsächlich am besten, von heute auf morgen aufzuhören: Punkt und Schluss! Das hört sich zwar schwer an, hat aber den großen Vorteil, dass Sie dann den Kopf frei haben für ein Leben ohne Zigarette. Der Nachteil: Die Rückfallquote ist hoch. Denn wenn es nicht klappt, dann merkt es ja eh keiner. Falls Sie schon mehrfach erfolglos versucht haben, sich von Ihrer Sucht zu befreien, ist vielleicht ein Gruppenprogramm für Sie sinnvoll."

Dr. Christoph Kröger von der IFT-Gesundheitsförderung in München

Tipp: Gemeinsam aufhören

Gemeinsam mit anderen Leidensgenossen wird der Zigarettenkonsum beendet und das rauchfreie Leben geplant. Der Vorteil: Man lernt, welche die kritischen Situationen sind und was es dann für Alternativen geben könnte. Man erhält Unterstützung vom Leiter der Gruppe, einem Spezialisten, und kann von den Erfahrungen der anderen Gruppenmitglieder lernen.


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