Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Moderne Methoden der Raucherentwöhnung

Von: Klaus Schneider

Stand: 05.08.2016

Das Rauchen aufzuhören ist leichter gesagt als getan - im Bild: Frau beim Anzünden einer Zigarette | Bild: Getty Images

Mehr als 100.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland frühzeitig, weil sie Zigaretten rauchen - das ist so, als würde täglich ein voll besetzter Jumbo-Jet abstürzen. Weltweit sind es sechs Millionen Menschen pro Jahr, die an den Folgen des Rauchens sterben.

Experten:

Dr. Christoph Kröger von der IFT-Gesundheitsförderung in München
Dr. Tobias Rüther, Leiter der Spezialambulanz für Tabakabhängigkeit an der LMU München
Dr. med. Artur Wölfel vom Krankenhaus für Naturheilweisen in München

Aber wie aufhören? Akupunktur, Nikotinpflaster, Ratgeber oder Pillen? Viele versuchen es. Doch beim nächsten Café-Besuch, der nächsten Party oder der ersten Stress-Situation sind alle guten Vorsätze wieder vergessen: Der Glimmstängel brennt, und das schlechte Gewissen nagt. Wer jetzt denkt: "Ganz genau, das kenne ich!", befindet sich in guter Gesellschaft. Denn nur in drei von hundert Versuchen gelingt es Rauchern, sich dauerhaft vom blauen Qualm zu verabschieden.

Medizinische Fakten

Oft herrscht die Meinung vor: "Rauchen schädigt die Lunge." Zwar ist klar, dass Lungenkrebs überwiegend durch Rauchen verursacht wird, doch Rauchen schädigt nicht nur die Lunge. Die Folgen gehen weit darüber hinaus.

Weitere Krankheiten durchs Rauchen
Chronische obstruktive Atemwegserkrankungen werden durch die Schadstoffe begünstigt, die oberen Atemwege werden anfälliger für Infekte.
Viele der Chemikalien sind nachgewiesenermaßen krebserregend oder stehen im Verdacht, es zu sein.
Krebs ist im Zusammenhang mit Rauchen die häufigste Diagnose.
Viele Raucher sterben aber auch an Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfall, Herzinfarkt oder chronischem Bluthochdruck. Schließlich kommen noch die Todesfälle aufgrund chronischer Atemwegserkrankungen, Lungenerkrankungen und Asthma hinzu.
Auch Sexualprobleme wie Unfruchtbarkeit oder Erektionsstörungen können auf das Rauchen zurückgehen.

Schadstoffe im Rauch

Wer Zigarettenrauch inhaliert, bringt auf diese Weise eine Vielzahl an Schadstoffen in die Lunge. Etwa 4.800 Chemikalien sind laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKZH) im Zigarettenrauch enthalten: Kohlenmonoxid, Stickoxid, Chrom, Arsen, Cadmium, Nickel, Benzol, Dioxin und weitere hochgiftige Substanzen finden über die Zigarette Zugang in den menschlichen Körper.

Teerstoffe

Mit jedem Lungenzug gelangt Teer in Atemwege und Lunge. Kleine Rußpartikel im Zigarettenrauch verkleben auf die Dauer somit das Atemorgan und sorgen schlimmstenfalls für die berüchtigte schwarz gefärbte Raucherlunge (Anthrakose). Raucher, die täglich eine Schachtel Zigaretten rauchen, inhalieren innerhalb eines Jahres in etwa eine Tasse Teer.

Kohlenmonoxid

Im Zigarettenrauch steckt auch Kohlenmonoxid (CO). Es hemmt die Aufnahme von Sauerstoff durch die roten Blutkörperchen. Die Folge: Das Körpergewebe erhält weniger Sauerstoff, ist unterversorgt. Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Benommenheit können kurzfristige Symptome sein. Langfristig gesehen schwächt die Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff den Körper, vor allem das Herz, das schneller schlagen muss, um einen Ausgleich zu schaffen. Die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit sinkt, der Körper ist anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der folgende Text basiert unter anderem auf Interviews mit Dr. Christoph Kröger vom Institut für Therapieforschung in München, Dr. Tobias Rüther, Leiter der Spezialambulanz für Tabakabhängigkeit an der LMU München und Dr. med. Artur Wölfel vom Krankenhaus für Naturheilweisen in München.

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