Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Nahrungsmittelunverträglichkeit Laktoseintoleranz und Weizenintoleranz

Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Intoleranz ist der Oberbegriff dafür, dass man ein bestimmtes Lebensmittel nicht verträgt. Damit wird nichts über den Mechanismus ausgesagt, der im Körper abläuft, sondern nur festgestellt, dass Beschwerden auftreten.

Stand: 22.05.2017

Im Bild: Die am häufigsten allergieauslösenden Nahrungsmittel wie Milch, Fisch, Nüsse und Obst | Bild: picture-alliance/dpa

Einer Nahrungsmittelunverträglichkeit nach Genuss eines Fisch- oder Pilzgerichts kann auch eine Nahrungsmittelvergiftung zugrunde liegen.

Milchzuckerunverträglichkeit

Das bekannteste Beispiel für Nahrungsmittelunverträglichkeit ist die Laktoseintoleranz. Wer davon betroffen ist, verträgt keinen Milchzucker, reagiert also auf Milch und Milchprodukte mit Blähungen, Bauchweh und/ oder Durchfall. Die Ursache dafür ist ein genetisch bedingter Enzymdefekt:

"Auf den Zotten der Dünndarmschleimhaut sitzt ein Enzym, das den Zweifachzucker Laktose in die beiden Einfachzucker Traubenzucker (Glukose) und Galaktose spaltet. Funktioniert diese Spaltung nicht, dann löst die Laktose im Dickdarm Gärungsprozesse aus."

Prof. Sibylle Koletzko, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München

Bauchschmerzen bei Laktoseintoleranz

Ungefähr ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist von Laktoseintoleranz betroffen, in vielen Fällen löst sie nur Bauchweh bei Genuss größerer Mengen von Milchprodukten aus.

Placeboeffekt bei Nahrungsmittelunverträglichkeit

Manchmal glauben Kinder im Schulalter, eine Allergie auf Zucker zu haben, sogar davon erbrechen müssen. Gibt man ihnen jedoch wie in einer Doppelt-Blindstudie ohne nähere Angaben Kuchen mit Fruchtzucker und solchen mit normalem Kochzucker, dann vertragen sie womöglich beides. Das heißt, die Patienten haben Angst, sie könnten nach Verzehr von Kochzucker erbrechen, und genau das passiert dann. Vermutlich handelt es sich dabei um eine erlernte psychosomatische Reaktion.

Weizenunverträglichkeit

In den USA klagen derzeit vermehrt Patienten über Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen und Impotenz, Verstopfung oder Durchfall und sind überzeugt, die Ursache sei ihre Weizenunverträglichkeit (keine Zöliakie). Sie greifen zu teuren, weizenfreien Produkten und haben den Eindruck, dass sie helfen. Doch eine wissenschaftliche Diagnose dafür gibt es in den meisten Fällen nicht. Auch hier greift der Placeboeffekt.


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