Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Wer ist gefährdet? Alter, schlechtes Immunsystem, Landwirte

Grundsätzlich sind all jene gefährdet, die durch Vorerkrankungen ein schwaches Immunsystem haben. Aber auch alte Menschen, Diabetiker oder Patienten mit sogenannten Devices, also allen Formen von Kathetern, gehören zur Risikogruppe.

Stand: 15.01.2015

Multiresistente Bakterien tauchen insbesondere in der Massentierhaltung auf, aber auch Menschen mit einem schwachen Immunsystem sind sehr gefährdet. Im Bild: Ein Landwirt streichelt eines seiner Mastschweine im Gehege. | Bild: picture-alliance/dpa

"Immer dann, wenn natürliche Barrieren wie beispielsweise der Haut leicht durchdrungen werden können – das sind Risikopatienten. Und auf Intensivstationen sind die schwächsten Patienten, dort hat man auch das entsprechend höchste Risiko für eine Krankenhausinfektion."

Dr. Friedemann Gebhardt

Träger ohne Infektion

Man kann mit multiresistenten Bakterien besiedelt, also Träger dieser Keime sein, ohne krank zu werden. Nur dann, wenn die Erreger an die falsche Stelle geraten – zum Beispiel in offene Wunden –, können sie zu Infektionen führen und Probleme verursachen. Wer weiß, dass er Träger von multiresistenten Bakterien ist, sollte dies im Krankenhaus angeben. Dann wird noch mehr auf Hygiene geachtet, bzw. der Patient kommt möglicherweise in ein isoliertes Einzelzimmer.

Risikogruppe: Landwirte

Wer als Landwirt in einem großen Schweinemastbetrieb arbeitet, kommt über die Tiere häufig in Kontakt mit multiresistenten Bakterien, vor allem mit MRSA. Denn gerade in der Tierzucht werden zu viele Antibiotika eingesetzt, die eine Verbreitung dieser Erreger begünstigen.

"Ein Landwirt, der eine Schweinezucht hat, wird bei der Aufnahme ins Krankenhaus automatisch entsprechend untersucht, ob er MRSA-Träger ist."

Dr. Friedemann Gebhardt

Darmbakterien in Hühnchenfleisch

Bei einer Stichprobe fand der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) 2012 in 50 Prozent der Fleischproben E.Coli-Bakterien. Darüber hinaus waren zwei Proben mit MRSA belastet.

Folgen einer Infektion

Eine Infektion mit multiresistenten Bakterien unterscheidet sich zunächst nicht von normalen Bakterien-Infektionen, das Krankheitsbild ist ähnlich: Wundinfektionen oder Lungenentzündung sind typische Folgen. Das Problem ist die Therapie. Die Antibiotika, die bei multiresistenten Erregern helfen, wirken oft schlechter. Sie können nicht so gut ins Gewebe eindringen, die Behandlung dauert länger. Oder sie bringen schwierige Nebenwirkungen mit sich. Für den Patienten bedeutet das ein längerer Aufenthalt im Krankenhaus, und - bei schweren Infektionen wie einer Blutvergiftung - ein erhöhtes Risiko zu sterben.


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