Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Fakten Wie gesund sind Männer wirklich?

Es gibt kein eindeutiges Gen, das festlegt, dass Männer gesünder oder kränker sind als Frauen, auch wenn das männliche Hormon Testosteron Männer manchmal durchaus risikobereiter agieren lässt als Frauen.

Stand: 09.05.2016

Übergewichtiger Geschäftsmann mit Headset und Handy | Bild: colourbox.com

Männer und Frauen haben jedoch bei einigen Erkrankungen ein unterschiedlich hohes Risiko: Brustkrebs trifft wesentlich mehr Frauen als Männer. Männer hingegen bekommen früher Herzinfarkt als Frauen (im Schnitt zehn Jahre). Viele der geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Statistik der Krankheiten sind hausgemacht, d.h. sie beruhen auf dem ungesünderen Lebensstil der Männer.

"Männer leben ein höheres Risiko. Sie schädigen sich auch mehr: Sie rauchen und trinken mehr."

Prof. Thomas Ebert, Vorstand des Vereins Männergesundheit e.V. Nürnberg

Fakten

- Die Lebenserwartung von Männern ist durchschnittlich fünf Jahre niedriger als die von Frauen. Experten führen dies vor allem auf Unterschiede im Lebensstil zurück: Alkoholkonsum, Rauchen, Risikobereitschaft.



  • Herz-Kreislauferkrankungen sind bei Männern häufiger: Mehr als die Hälfte aller aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingten stationären Behandlungsfällen in Bayern im Jahr 2013 betraf Männer.
  • Herzinfarkt: Männer haben im Schnitt öfter und deutlich früher als Frauen einen Herzinfarkt. 2013 sind 52.044 Menschen an einem akuten Myokardinfarkt gestorben. Davon waren 55 Prozent Männer.
  • Übergewicht: Männer neigen mehr zu Übergewicht als Frauen: 2013 waren 62 Prozent der Männer übergewichtig und 43 Prozent der Frauen
  • Rauchen: 30 Prozent der Männer rauchen. Bei Frauen sind es 19 Prozent.

Lebensstil

Männer führen ein riskanteres Leben: Sie sind viermal häufiger an Unfällen beteiligt als Frauen. Auch beim Alkoholkonsum liegen die Männer vorne:

Laut WHO trinken Männer mehr als doppelt so viel wie Frauen. Von den gut 14.500 Alkohol-Toten des Jahre 2012 waren laut Statistischem Bundesamt fast 11.000 männlich.

Work-Life-Balance

Männer sind generell weniger bereit, etwas über gesunde Ernährung, Stressreduktion und Entspannung zu lernen.2015 waren von den Teilnehmern an Gesundheitskursen der BARMER GEK nur 15 Prozent Männer.

Vorurteile über Männergesundheit - Ein paar Fakten aus dem Quiz (s. oben):

Männer haben doppelt so häufig Probleme mit der Bandscheibe wie Frauen

Dies betrifft Männer über 30. Ursachen sind Fehlbelastungen des Rückens, viel Sitzen und auch starkes Übergewicht.

Männer über 65 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose

Bei Osteoporose steigt das Risiko eines Knochenbruchs. Es betrifft vor allem, dünne Männer, die sich unausgewogen ernähren, wenig bewegen und rauchen. "Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Schilddrüsenprobleme, ein erhöhtes familiäres Risiko und eine längerfristige Kortisoneinnahme können ebenfalls das Risiko erhöhen." 

Kopfschmerzen sind kein reines Frauenproblem

Von  Migräne sind nicht nur Frauen betroffen, sondern auch acht Prozent der Männer. "Von sogenannten Cluster-Kopfschmerzen sind sogar zumeist Männer betroffen. Das sind brennende oder stechende Schmerzen, die auf einer Kopfseite um das Auge herum auftreten und zwischen 15 Minuten und drei Stunden anhalten."

Quelle: Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung


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