Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Hintergrund Herzinfarkt

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Folgebehandlung Therapie bei Herzinfarkt

Alle Herzinfarktpatienten werden nach dem Öffnen des Herzkranzgefäßes auf der Intensivstation mithilfe eines Monitors überwacht, um eine Herzrhythmusstörung auszuschließen, auch wenn sie keine Schmerzen mehr haben.

Stand: 30.01.2018

Sport ist eine gute Prophylaxe gegen Herzinfarkt. Im Bild: Mann beim Training auf einem Standrad | Bild: colourbox.com

Denn vor allem in den ersten 48 Stunden ist die Gefahr für Rhythmusstörungen sehr hoch. Je länger der Infarkt zurück liegt, desto geringer ist die Gefahr einer Herzrhythmusstörung.

Regeneration

Nach einem Herzinfarkt brauchen alle Patienten Medikamente, die das Herz dabei unterstützen, sich wieder komplett zu regenerieren. Auch wenn der Blutdruck normal ist, müssen sie diese Medikamente nehmen. Die Vorstellung dahinter ist, dass sich das Herz wieder erholen kann, man spricht von „re-modelling“.

Eingeschränkte Herzleistung

Ist bei einem Herzinfarkt ein großes Gefäß betroffen, dann kann anschließend die Pumpkraft des Herzens eventuell so eingeschränkt sein, dass dauerhaft eine Leistungsminderung verbleibt. Dies macht die lebenslange und engmaschige Therapie der Herzschwäche nötig.

Folgen des Herzinfarktes

Viele Patienten denken nach ihrem Krankenhausaufenthalt, jetzt sei alles wieder in Ordnung, sie seien gesund. Die chronische Erkrankung des Herzens bleibt jedoch bestehen, die Patienten sind ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen, die Blutgerinnsel verhindern. Und um einem erneuten Herzinfarkt vorzubeugen, müssen sie die Risikofaktoren meiden.

Anschlussheilbehandlung

In der Reha haben Patienten drei Wochen lang die Möglichkeit, sehr viele Informationen über die Krankheit zu bekommen. Auch werden sie angeleitet, ihren Lebensstil (z.B. Rauchen aufhören) zu ändern, das ist alleine häufig schwierig. Das Programm in der Reha für Herzinfarktpatienten umfasst unter anderem Sport und Bewegung, Ernährungsberatung und psychologische Beratung. Ein ganzes Team unterstützt den Patienten, wieder in seinen Alltag und Beruf zurückkehren zu können.

Lebenslange Nachsorge

Nach der Reha sollten Patienten sich eine Herzsportgruppe in ihrer Nähe suchen, der Hausarzt gibt Auskunft über die Herzgruppe in der Nähe des Wohnortes und Krankenkassen übernehmen in der Regel die Teilnahmekosten. Das Besondere solcher Gruppen ist, dass das Training unter ärztlicher Aufsicht erfolgt, ein- bis zweimal in der Woche rund 60 bis 90 Minuten lang.

Sport auf Rezept

Wer vorbeugend etwas für sich und gegen einen möglichen Herzinfarkt tun möchte, kann die Risikofaktoren meiden und sich einer Präventionsgruppe für Herzinfarkt-Gefährdete anschließen. Besucht man die regelmäßig, ersetzen manche Krankenkassen die Teilnahmegebühren.


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