Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Prävention und Behandlung

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 30.01.2018

Herzinfarkt-Patienten werden immer jünger. Im Bild: Mann mit Schmerzem im Brustkorb | Bild: colourbox.com

An einem Herzinfarkt sterben zwar nicht mehr so viele Menschen wie vor rund 20 Jahren, denn die medizinische Notfallversorgung hat sich flächendeckend verbessert. Doch während früher die Patienten 60 Jahre und älter waren, ist inzwischen eine große Gruppe zwischen 30 und 50 Jahren alt, weil gerade sie sich den Risikofaktoren aussetzen.

Expertin:

Ärztin für Innere Medizin, Kardiologie, Internistische Intensivmedizin, Sportmedizin, Ernährungsmedizin, Kardiovaskuläre Präventivmedizinerin DGPR | Bild: privat

Dr. med. Christa Bongarth, Ärztliche Direktorin der Klinik Höhenried, Fachärztin für Innere Medizin, Kardiologie, Internistische Intensivmedizin, Sportmedizin, Ernährungsmedizin, Kardiovaskuläre Präventivmedizinerin DGPR

Was geschieht?

Generell gilt: Beim Herzinfarkt reißt nicht das Herzkranzgefäß als Ganzes ein, sondern eine Ablagerung im Inneren. Diese Ablagerung oder der Plaque hat sich dort im Zuge einer Arterienverkalkung gebildet.

Einriss einer Ablagerung

Solch eine Ablagerung oder ein Plaque engt das Gefäß ein, das oft nur ein paar Millimeter Durchmesser hat. Dadurch beschleunigt sich der Blutfluss und der Druck auf die Gefäßinnenwand wächst. Alles zusammen kann zu einer so starken Belastung führen, dass die Ablagerung einreißt.

Reparaturmechanismus des Körpers

Auf diesen Riss im Inneren eines Herzkranzgefäßes setzt der Körper ein Blutgerinnsel - quasi um die Stelle zu reparieren. Doch was bei einer Schnittverletzung der Haut außen gut funktioniert, führt hier dazu, dass das Gefäß schnell komplett dicht ist. Die Folge: Das Blut kann nicht mehr durch das Gefäß fließen und daraufhin werden Teile des Herzens nicht mehr versorgt.

Gefahr: Herzmuskelgewebe wird unterversorgt

Wird das Herzmuskelgewebe nicht mehr mit Blut versorgt, dann ist das vergleichbar mit einer verstopften Benzinleitung, durch die kein Benzin zum Motor gelangt, bis der streikt. Ähnlich liefert im menschlichen Körper das Blut dem Herzmuskelgewebe den Sauerstoff, den es zum Überleben braucht. Fehlt der Nachschub, dann ist das Herzmuskelgewebe anfangs nur „beleidigt“, wird der Blutzufluss aber nicht wieder hergestellt, stirbt das Gewebe ab.

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Nachdem das Herzkranzgefäß geöffnet ist, werden Patienten zuerst eng überwacht und müssen sich dann erst langsam erholen und ihr Leben auf die chronische Erkrankung einstellen. [mehr]


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