Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Arten der Hautallergien Neurodermitis und Nesselsucht

Die Neurodermitis wird in der Medizin atopisches Ekzem genannt. Als mögliche Ursachen der Neurodermitis gelten Allergien, veränderte Lebensumstände und sogar die verbesserte Hygiene.

Stand: 07.03.2017

Die Neurodermitis wird in der Medizin atopisches Ekzem genannt. Sie ist in den Industrieländern eine verbreitete Krankheit und wird immer häufiger beobachtet. Im Bild: Kleinkind mit Neurodermitis im Gesicht. | Bild: picture-alliance/dpa

Bei dem atopischen Ekzem handelt es sich um eine chronische oder chronisch-wiederkehrende Hautentzündung, die mit starkem Juckreiz verbunden ist und in Schüben verläuft. Die Krankheit geht oft mit Heuschnupfen oder Asthma einher.

"Es gibt allergische Erkrankungen, die nicht immer als Hauptursache, aber als Nebenursache zu wichtigen oder häufigen Hauterkrankungen beitragen können. An erster Stelle ist das atopische Ekzem zu nennen, bei dem wir manchmal allergische Faktoren als Auslöser identifizieren können."

Prof. Dr. Ulf Darsow

Symptome der Neurodermitis

Allgemein gilt für die Symptome der Neurodermitis, dass ihre Stärke nichts über den Grad der Beeinträchtigung durch die Hauterkrankung aussagt: auch leicht ausgeprägte Anzeichen können mit starken Beeinträchtigungen einhergehen. Das Erscheinungsbild der Neurodermitis ähnelt im akuten Stadium denen einer Kontaktallergie: nässende Hautareale, Rötung und Schuppen. Oft sind diese Hautareale die Kniekehle und die Ellenbeugen. Die Haut bleibt meist auch dann sehr trocken und schuppig, wenn die Symptome nicht akut sind.

Auslöser von Neurodermitis

Die Ursachen für Neurodermitis sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Allerdings scheinen sowohl eine gewisse genetische Prädisposition als auch spezielle Auslösefaktoren für das Auftreten eine Rolle zu spielen. Faktoren, die den Ausbruch der Erkrankung fördern bzw. einen Krankheitsschub begünstigen können, werden als sogenannte Provokationsfaktoren bezeichnet. Dazu gehören - individuell unterschiedlich - bestimmte Nahrungsmittel, Blütenpollen, Tierhaare, Nikotin, Kosmetika und Stress.

Nesselsucht - Allergische Urtikaria

Die Nesselsucht gehört neben Neurodermitis und Schuppenflechte zu den am weitesten verbreiteten Hautkrankheiten in Europa.

Die Nesselsucht – auch Nesselfieber genannt – gehört neben Neurodermitis und Schuppenflechte zu den am weitesten verbreiteten Hautkrankheiten in Europa.

Definition Nesselsucht

Die Nesselsucht ist eine "fehlerhafte Histaminreaktion". Histamin wird durch eine falsche Reaktion des Immunsystems auf einen eigentlich ungefährlichen Auslöser in großen Mengen freigesetzt. Dadurch wird im Körper die Durchlässigkeit der Blutgefäße der Haut erhöht, und es kommt zu Wassereinlagerungen – den Quaddeln.

Symptome der Nesselsucht

Typisches Symptom der Nesselsucht ist ein roter Hautausschlag, der meist stark juckt. Besonders typisch für die Nesselsucht ist das Wandern der Ausschläge: Sie verschwinden an einer Stelle und treten an einer anderen wieder auf. Schon Minuten nach dem Kontakt mit dem auslösenden Stoff entstehen juckende, rote Schwellungen, sogenannte Quaddeln. Aber anders als bei der Kontaktallergie oder der Neurodermitis reißt die Haut nicht auf. Die Quaddeln können sich über den ganzen Körper ausbreiten. Nach einer Zeit bilden sie sich meistens wieder zurück.

Auslöser der Nesselsucht

Sowohl Nahrungsmittel als auch Medikamente, Tierhaare, Pflanzen, Pollen oder Insektenstiche können Nesselsucht auslösen. Aber auch Wärme, Kälte und Druck können die Ursache sein. In vielen Fällen wird keine (allergische) Ursache gefunden.

Gefährlich!: Wenn Tabletten eine Allergie auslösen

Besonders gefährliche Wirkungen können sich bei Arzneimittelallergien einstellen, und deswegen muss eine Medikamentenallergie frühzeitig diagnostiziert werden.

"Die Medikamentenallergie kann das ganze Spektrum der allergischen Reaktion der Haut umfassen. Manche zeigen sich mit Juckreiz und Quaddeln, es kann aber auch zum allergischen Schock kommen als Maximalvariante, die auch andere Organsysteme erfasst. Etwas häufiger sind jedoch die Ausschläge mit Papeln, die in flächige Rötungen und vielleicht sogar in Blasenbildung übergehen: In diesen Fällen kann es bis zur Ablösung der Haut – also zu einem verbrennungsähnlichen Bild – kommen, das dann lebensbedrohlich ist."

Prof. Dr. Ulf Darsow


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