Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Mehr als ein Lebensgefühl Mediterrane Küche

Obst und Gemüse, ungesättigte Fettsäuren durch hohen Fischanteil und viel pflanzliches Fett sowie wenig Fleisch. Das ist es, was die mediterrane Küche ausmacht. Sie schmeckt jedoch nicht nur gut, sondern mindert nachgewiesenermaßen das Risiko eines Herzinfarkts.

Stand: 01.08.2017

Frau in der Küche bei der Zubereitung von Gemüse | Bild: colourbox.com

Von der mediterranen Küche nahm man schon lange an, dass sie gesund sei, und auch einzelne Studien wiesen immer wieder darauf hin. Die groß angelegte PREDIMED-Studie, deren Ergebnisse erst vor kurzem im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, bestätigt die Vermutung jedoch eindeutig.

PREDIMED-Studie

Das Akronym steht für PREvención con DIeta MEDiterránea. Es handelt sich dabei um eine in Spanien durchgeführte Studie, an der über 7.400 Personen teilgenommen haben: 30 Prozent davon mit Diabetes und 40 Prozent haben cholesterinsenkende Mittel genommen. Jeder der Teilnehmer wurde nach Zufallsprinzip einer von drei Gruppen zugeteilt: Die erste Gruppe ernährte sich mit mediterraner Kost mit Olivenöl. Die zweite Gruppe nahm mediterrane Kost mit verschiedenen Nusssorten zu sich. Die dritte Gruppe ernährte sich möglichst fettarm. Die Studie lief über einen Zeitraum von fast fünf Jahren.

Steckbrief Mediterrane Küche

  • Wenig rotes Fleisch
  • Viel Obst
  • Viel Gemüse
  • Fisch
  • Vor allem pflanzliche Fette, beispielsweise in Olivenöl oder Nüssen

Geringeres Herzinfarktrisiko

Mediterrane Kost verringerte bei den Probanden die Anzahl der Herz-Kreislauf-Endpunkte. Anders gesagt: Bei den Probanden, die sich an die Mittelmeerkost hielten, traten deutlich weniger häufig Schlaganfälle oder Herzinfarkte auf. Im Vergleich zur Kontrollgruppe (also derjenigen, die sich „nur“ fettarm ernährte) konnte das Risiko allein durch die Ernährung um 30 Prozent gesenkt werden.

"Zahlreiche Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass eine mediterrane Ernährung sehr günstig für unsere Gesundheit ist. Die biologischen Grundlagen, die diesem beobachteten Zusammenhang zu Grunde liegen und erklären, sind allerdings noch nicht vollständig verstanden."

Prof. Hans-Georg Joost, Wissenschaftlicher Direktor des DIfE

Mediterran: Gesund und gut

Sich gesund zu ernähren ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Bei der mediterranen Küche scheint sich das jedoch nicht zu bestätigen, denn die Probanden waren mit ihrer Ernährung anscheinend sehr zufrieden.

"Für mich ist das Besondere an der PREDIMED-Studie, dass die mediterrane Ernährung klaglos von den Probanden durchgehalten wurde. Das ist etwas sehr Ungewöhnliches! Denn die Kontrollgruppe, die sich fettarm ernähren sollte, wollte das nach drei Jahren gar nicht mehr mitmachen. Das ist für mich ein ganz wichtiges Ergebnis, da die meisten Ernährungsumstellungen auf eine gesündere Kost daran scheitern, dass die Probanden die neue Ernährungsweise nicht durchhalten und wieder in alte, ungesunde Gewohnheiten verfallen."

Prof. Hans-Georg Joost, Wissenschaftlicher Direktor des DIfE


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