Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Biochemie der Entspannung Glückshormone und andere Stoffe

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei der physiologischen Entspannungsantwort im Körper vor allem Stickstoffmonoxid (NO) eine Rolle spielt. Das ist ein Molekül, das bei der Aktivierung von körpereigenen Reparatur- und/oder Selbstheilungsprozessen eine wichtige Rolle spielt.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 28.09.2016

Junge Frau unbeschwert in einer Blumenwiese mit ausgestreckten Armen | Bild: colourbox.com

Was Stickstoffmonoxid bewirkt

NO reguliert eine Reihe von wichtigen Prozessen im Nerven-, Immun- und Herz-Kreislauf-System und hält z.B. Stresshormone in Schach.

Stickstoffmonoxid (NO)

Der Botenstoff NO ist aber nicht nur indirekt als Vermittler tätig, sondern wirkt auch im Immun-, Gefäß- und im Nervensystem. Er hat antibakterielle und antivirale (durch einen Virus verursachte) Fähigkeiten und kann freie Radikale aus dem Körperstoffwechsel herausziehen, was vermutlich dazu beiträgt, das Risiko einer Tumorbildung zu vermindern. Außerdem ist der Botenstoff NO zum Beispiel für die Weitung der Blutgefäße zuständig.

Entspannung und Nervensystem

Stresshormone (z.B. Cortisol) sind im Körper - zum Beispiel in den Haaren - nachweisbar und lassen auf wenig Entspannung schließen.

Bei der Entspannung aktiviert der Körper das parasympathische System und das fährt z.B. Herzschlag und Blutdruck herunter, weitet die Blutgefäße, sodass z.B. Finger und Zehen messbar wärmer werden. Durch die Verlangsamung der Atmung wird Glukose (Zucker) in die körpereigenen Depots zurücktransportiert und Stresshormone (z.B. Cortisol) herunter reguliert. Der Parasympathikus ist der Gegenspieler zum Sympathikus, der bei Stress aktiv wird.

Körpereigene Endorphine

Beim Entspannen werden außerdem körpereigene Endorphine wie z.B. Adrenalin ausgeschüttet, landläufig werden sie Glückshormone genannt.

"Das ist quasi die eigene Apotheke unseres Gehirns, die dazu führt, dass wir Schmerz, Stress und Belastungszustände als nicht so schmerzhaft, stressig oder belastend erleben. Erst wenn das Adrenalin wieder heruntergegangen ist, spürt man dann zum Beispiel eine Verletzung."

Medizinpsychologe Prof. Niko Kohls


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