Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Hintergrund Burnout-Syndrom

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Die Rolle des Unternehmens Was in der Arbeitswelt helfen kann

Führungskräfte haben einen entscheidenden Anteil daran, ob Mitarbeiter in ihrem Wirkungsbereich gesund bleiben. Sie beeinflussen durch ihr Verhalten, wie wohl sich Mitarbeiter fühlen und ob ein Klima des Vertrauens herrscht, in dem jeder das Beste von sich geben kann. Zufriedenheit von Mitarbeitern hängt stark vom Verhalten des Vorgesetzten ab. Zum anderen sind Führungskräfte Vorbilder, was das Gesundheitsverhalten angeht.

Stand: 03.07.2017

Schulungsteilnehmer | Bild: colourbox.com

Wenn der Chef ständig Überstunden macht oder die Vorgesetzte halbkrank zur Arbeit kommt, schaffen es die Mitarbeiter meist nicht so gut, auf sich zu achten. In vielen Unternehmen müssen mittlerweile alle Führungskräfte Schulungen zum Themenbereich Stress- und Burnout-Prävention durchlaufen.

Wie Kollegen helfen können

Kollegen können am besten helfen, indem sie zeigen, dass sie selbst Hilfe annehmen können oder einmal Hilfe angenommen haben. Denn das Grundproblem vieler Burnout-Betroffener ist, dass sie nur sehr schwer Hilfe annehmen können und meinen, immer alles alleine regeln zu müssen.

"Formulieren Sie Ich-Botschaften. Sagen Sie zum Beispiel: 'Ich mache mir Sorgen um dich!' Man sollte möglichst von einer konkreten Situation der letzten Wochen berichten (z.B. ein Kollege steht völlig unvermittelt in einer Veranstaltung auf und verlässt ohne Kommentar den Raum) und erklären, dass man unsicher war, wie man reagieren sollte. Was man nicht tun sollte, ist, dem anderen Vorwürfe zu machen oder zu fordern, er solle etwas unternehmen. Darauf wird der Burnout-Gefährdete in der Regel mit noch mehr Engagement und noch mehr Arbeit reagieren – „nur keine Schwäche zeigen“ ist sein Motto. Wenn man dagegen von der eigenen Betroffenheit spricht und signalisiert, dass es auch für einen selbst in Ordnung ist, ab und zu Hilfe anzunehmen – das gilt im Übrigen auch für Angehörige – dann wird der Betroffene leichter selbst etwas tun können."

Dr. Ruhwandl


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