Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Burnout-Prävention Entspannen vor dem Verspannen

Besonders für potenziell gefährdete Berufsgruppen ist es wichtig, rechtzeitig etwas gegen das Ausbrennen zu tun – also bereits im Studium oder in den ersten Berufsjahren. Man weiß, dass etwa 15 bis 25 Prozent aller Berufstätigen in ihrem Leben einmal ein Burnout bekommen.

Stand: 03.07.2017

Ein Mann entspannt auf einem Sofa | Bild: colourbox.com

Wie kann man dem Ausbrennen vorbeugen?

  • In der ersten Phase reichen meist Selbstreflexion ("Was habe ich früher gemacht um entspannt zu sein? Wie kann ich wieder dorthin kommen?“), ein Wiederentdecken von Regenerationsmöglichkeiten und ein paar gute Tipps unter Freunden oder vom Hausarzt. Sehr viel mehr muss man oft nicht machen, damit es zu keinem weiteren Burnout kommt.
  • In der zweiten Phase brauchen Sie meistens schon eine kurze Behandlung oder zumindest Beratung bei Ihrem Hausarzt oder Facharzt. Da sich viele Betroffene in dieser Phase zurückziehen, ist es hier besonders wichtig, nicht "abzutauchen“, sondern in Kontakt mit guten Freunden und Behandlern zu bleiben.
  • In der dritten Phase ist eine umfangreiche körperliche und psychische Therapie nötig. Nehmen Sie in jedem Fall Kontakt mit Ihrem Hausarzt auf!

Anti-Stress-Seminare

In Seminaren zur Burnout-Prävention können gefährdete Berufsgruppen oder Mitarbeiter von Firmen gezielt Entspannungstechniken als Vorbeugung gegen Burnout lernen, zum Beispiel Autogenes Training. Mit dieser Hilfe kann man lernen, an beliebigen Orten, beispielsweise auch am Arbeitsplatz vor dem Rechner, in einem Meeting oder im Klassenzimmer während des Unterrichts, zu entspannen. Der Stress bekommt damit keine Chance, übermächtig zu werden. Außerdem werden betriebliche Schutzmaßnahmen vorgestellt und eingeübt, die direkt in der Abteilung, auf der Station oder im Betrieb umsetzbar sind. Wie zum Beispiel Möglichkeiten, Mitarbeitern mit einfachen Mitteln soziale Unterstützung entgegenzubringen oder die Arbeitsanforderungen auf die einzelnen Mitarbeiter abzustimmen um Über- aber auch Unterforderung zu vermeiden.

"Besonders Führungskräfte profitieren von Techniken, sich und andere besser vor Gesundheitsgefahren zu schützen. Denn sie sind nicht nur potentiell häufiger betroffen, sondern sie geben ihr Wissen auch an ihre Mitarbeiter weiter und schützen ihre Kollegen unter anderem auch durch einen passenden Führungsstil vor dem Ausbrennen und anderen gesundheitlichen Schäden."

Dr. Ruhwandl, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Das richtige Gleichgewicht zwischen Beruf, Familie und Freizeit

  • Wer Anzeichen des Ausbrennens bemerkt, sollte zu allererst auf die eigenen Bedürfnisse achten und sich Ruhe gönnen.
  • Hat man das Gefühl, ein stärkeres Burnout mit Verlust der Fähigkeit zu regenerieren, Gefühllosigkeit oder Kontaktvermeidung zu entwickeln, sollte man sich professionelle Unterstützung suchen.
  • Anfangs genügen oft schon wenige Beratungsgespräche, um rasch wieder zu Kräften zu kommen und ein schweres Burnout zu verhindern.
  • In der Arbeitsumgebung ist ausreichende Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten wichtig, diese sollte man sich auch immer wieder holen. Burnout-Gefährdete haben oft den Eindruck, alles alleine machen zu müssen. Immer wieder im Kleinen und Größeren um Unterstützung zu bitten stärkt die Gemeinschaft und schafft Raum für eigene Stärken. Zielvereinbarungen sollten nachvollziehbar sein, der Beruf sollte genügend Entfaltungsmöglichkeiten und Handlungsspielraum bieten.
  • In größeren Unternehmen gibt es zu diesem Zweck jährliche Mitarbeitergespräche, in denen Mitarbeiter und Führungskräfte Erreichtes besprechen, den aktuellen Kenntnis- und Erfahrungsstand des Mitarbeiters festhalten und Zielvereinbarungen für das kommende Jahr treffen.

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