Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Diagnose Brustkrebs Brustaufbau

Eine Brustamputation ist heute in der Regel vermeidbar. Weniger als 30 Prozent aller Brustkrebspatientinnen müssen sich heute mit dieser neuen Lebenssituation vertraut machen.

Stand: 02.11.2017

Bei Brustkrebs ist eine Amputation nur bei rund einem Drittel der OP-Patientinnen notwendig - im Bild: Brust-OP | Bild: picture-alliance/dpa

Wie verläuft der Wiederaufbau einer Brust?

Es gibt mehrere Möglichkeiten. Man kann ein Kissen aus Fremdmaterial - etwa aus Silikon - in die Brust einlegen, oder man macht einen Wiederaufbau aus Eigengewebe, das man vom Rücken, vom Bauch oder vom Gesäß gewinnt.

Eine einmalige Operation oder Folgeoperationen?

Ob mehrfach operiert werden muss, hängt ganz von der Art des Wiederaufbaus ab. Beispiel Silikonkissen: Vor dem Einsetzen der Kissen kann man z.B. die Haut mit einem Kochsalzkissen dehnen und dann erst das endgültige Kissen einsetzen. Aber auch bei den anderen Aufbaumöglichkeiten aus Eigengewebe kann es sein, dass Korrekturoperationen notwendig sind. Darauf wird der Arzt aber im Einzelfall hinweisen.

Für oder gegen einen Brustaufbau

Im Prinzip ist der Wiederaufbau jederzeit möglich - entweder gleich im Anschluss an die Krebsoperation oder nach Abschluss der medikamentösen Behandlung, aber auch zu einem späteren Zeitpunkt.

"Wichtig ist, dass die Frau von sich aus den Wunsch hat, ihren Körper zu verändern, weil sie mit ihrem Körpergefühl nach Abnahme der Brust nicht mehr zufrieden ist. Manche Patientinnen beginnen mit der entfernten Brust zu leben und merken dann zu einem späteren Zeitpunkt, dass sie kein vollständiges Körpergefühl haben. Andere Frauen sagen, sie brauchen das nicht und kommen mit den Prothesen, die man in den BH einlegen kann, gut zurecht."

Prof. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums der LMU München


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