Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Was Neurotransmitter alles können

Von: Monika Dollinger

Stand: 12.03.2015

Unser Gehirn könnte seine Weisungen an den Körper nicht mitteilen, hätte es nicht seine Botenstoffe - wie Adrenalin, Endorphine u.a.. Im Bild: Zwei Wissenschaftler (ein Neuroimmunologe und eine Biologin) aus Magdeburg bei der Erforschung der Entwicklung des menschlichen Gehirns | Bild: picture-alliance/dpa

Milliarden Nervenzellen im Gehirn „sprechen“ so gut wie ständig miteinander. Der allergrößte Teil dieser Kommunikation geschieht über spezifische Botenstoffe, den Neurotransmittern.

Experte:

Prof. Dr. Andreas Straube, Oberarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Klinikums der Universität München-Großhadern und Leiter des Oberbayerischen Kopfschmerzzentrums | Bild: privat

Prof. Dr. med. Andreas Straube, Neurologische Klinik und Poliklinik, Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum Großhadern

Neurotransmitter sind die Stoffe, die Nervenzellen miteinander austauschen, um Signale weiterzugeben. Damit steuern sie das Denken und das Handeln, aber auch die Gefühle des Menschen. Aber Neurotransmitter sind nicht nur im Gehirn, sondern beispielweise auch an der Steuerung der Blutgefäße (in diesem Fall Noradrenalin) beteiligt.

Früher ist man davon ausgegangen, dass jede Nervenzelle nur einen einzigen Transmitterstoff hat. Mittlerweile weiß man aber, dass es Nervenzellen gibt, die verschiedene Transmitter ausstoßen.

Arten der Transmitter

  • Wenn die Botenstoffe die empfangende Zelle erregen, nennt man sie exitatorische Transmitter. Dazu gehören Adrenalin, Glutamat und Acetylcholin.
  • Wenn die Botenstoffe die Zelle hingegen hemmen, nennt man sie inhibitorische Transmitter. Dazu gehören GABA und Glyzin.
  • Außerdem gibt es noch Transmitter, die eine langfristige, neuromodulatorische Wirkung haben.

Neurotransmitter übertragen Angstgefühle und vieles mehr - im Bild: Wissenschaftler vor einem Computer bei der Erforschung des sog. Furchtgedächtnisses (hier von Mäusen) | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Wie Neurotransmitter wirken Botenstoffe und ihre Funktion

Mit Neurotransmittern wird die Information von einer Zelle zur anderen im Gehirn übertragen. Dazu ist ein ausgeklügelter biochemischer Prozess notwendig. [mehr]

Adrenalin, das in Stressituationen ausgeschüttet wird - z.B. bei Extremsportarten -  ist einer der zahlreichen Botenstoffe. Im Bild: Sportler beim Klettern auf einem Steilhang | Bild: colourbox.com zum Artikel Adrenalin, Dopamin, Serotonin u.a. Wichtige Transmitter

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Parkinson und Depression – so unterschiedlich diese Erkrankungen auch sind. Beide gehen auf ein Ungleichgewicht der Botenstoffe zurück. Aber wie Botenstoffe und Erkrankungen genau zusammenwirken, ist oft noch nicht genau erforscht. [mehr]

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Kopfschmerzen, Parkinson, Multiple Sklerose und Bandscheibenvorfall - Nervenzellen sind an vielen Krankheiten beteiligt. Doch auf den ersten Blick ist das nur schwer zu erkennen. [mehr]


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