Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Zecken als Überträger von Borreliose

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 31.07.2014

Zecken sind Überträger verschiedener Krankheiten - im Bild: Zecke auf der Haut eines Menschen | Bild: picture-alliance/dpa

Die Infektionskrankheit Borreliose kann ausschließlich von infizierten Zecken übertragen werden, aber längst nicht jede Zecke ist betroffen.

Experte:

Prof. Dr. med. Tilo Biedermann, Leiter der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der TU München

Außerdem: Selbst wenn das der Fall ist, löst keineswegs jeder Zeckenstich auch Borreliose aus, denn in vielen Fällen gelingt es dem Immunsystem, die Bakterien zu bekämpfen. Borreliose ist mit Antibiotika behandelbar, je früher, desto weniger Zeit nimmt die Therapie in Anspruch.

Wie Zecken Borreliose-Träger werden
Borreliose braucht einen Wirt.
Die Krankheit kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, sondern nur durch solche Zecken, die sich bei einer vorangegangen Blutmahlzeit bei einem Waldtier mit Borrelien angesteckt haben.
Erst wenn eine infizierte Zecke den Menschen gestochen hat und anschließend Blut saugt, überträgt sie die Borrelien - das kann rund einen Tag dauern.
Regel: Insgesamt erkranken weniger als fünf Prozent derjenigen, die von einer Borrelien-tragenden Zecke gestochen werden.

Zecken sind nicht aggressiv

Die Tiere lassen sich einfach nur fallen und hoffen, einen Wirt gefunden zu haben, der sie ernährt, entweder ein Waldtier oder einen Menschen. Nach einem milden Winter können viele Zecken auftreten. Wenn dann zusätzlich auch viele Waldtiere Borreliose haben, infizieren sich automatisch auch mehr Zecken.

Dem Text liegt ein Interview zugrunde, das Beate Beheim-Schwarzbach mit Prof. Dr. med. Tilo Biedermann, Leiter der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der TU München, geführt hat.

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