Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Diagnostik und Prävention Blutkrankheiten erkennen und vorbeugen

Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme – das sind Symptome für eine Blutarmut.

Stand: 21.12.2016

Blutentnahme an einem Patienten im José-Carreras-Haus in Leipzig, Abteilung Hämatologie und Onkologie | Bild: picture-alliance/dpa

Kommt jemand mit entsprechenden Symptomen zum Arzt, kann eine Begutachtung der Bindehaut der Augen Aufschluss geben: Ist sie sehr blass, spricht einiges für eine Blutarmut. Allerdings muss natürlich eine Blutuntersuchung den endgültigen Befund erbringen.

Eine rechtzeitige Erkennung ist wichtig

Je früher eine Blutbildungsstörung erkannt wird, desto besser. So kann das Ausmaß der Beschwerden möglichst gering gehalten werden. Werden erste Anzeichen richtig gedeutet, ist in den allermeisten Fällen eine schnelle und exakte Diagnose kein Problem.

Es trifft alle Organe

Alle Organe im Körper sind auf Sauerstoff angewiesen. Ist die Versorgung gestört, weil die Blutbildung nicht richtig funktioniert, sind alle Körperregionen in Mitleidenschaft gezogen. Als erstes wird der Mangel meist im Gehirn deutlich, etwa wenn Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme auftreten.

Ältere Menschen haben häufiger Blutarmut

Anämien nehmen mit steigendem Lebensalter zu. Das liegt daran, dass ältere Menschen eine stärkere Tendenz zu versteckten Blutungen (etwa im Magen- oder Dickdarmbereich) haben. Zugleich treten bei Älteren häufiger Defizite in der Ernährung auf, die eine Blutarmut begünstigen.

 Richtige Ernährung

Um Blutbildungsstörungen vorzubeugen, ist eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung besonders wichtig!

Achtung Alkohol

Zu viel Alkohol kann auch Ursache für eine Blutbildungsstörung sein.

Bei erhöhtem Alkoholgenuss kommt es häufig zu einer Kombination aus Vitamin-Mangelerscheinungen und Eisenmangel. Das kann auch die Blutbildung beeinträchtigen.

Achtung Ernährung

Auch bei langjährigen Veganern kann es, weil tierische Produkte oft viel Eisen enthalten, zu Mangelerscheinungen und in der Folge zu Blutbildungsstörungen kommen.

Die Ernährung allein macht's nicht

Um einen Nährstoffmangel allein über die Ernährung auszugleichen, müsste man Unmengen bestimmter Lebensmittel zu sich nehmen. Auch werden bestimmte Produkte (z.B. Spinat, Lebertran) in Bezug auf ihren Nährstoffgehalt deutlich überschätzt. Bei akutem Eisenmangel sollten zusätzlich Tabletten gegeben werden.

"Das Gerücht vom vielen Eisen im Spinat ist schlicht durch einen Schreibfehler entstanden! Da ist einfach nur jemandem ein Komma verrutscht."

Prof. Wolfgang Hiddemann, Lehrstuhl für Innere Medizin mit den Schwerpunkten für Hämatologie und Onkologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München

Der Faktor Rauchen

Blutbildungsstörungen gehören zu den wenigen Erkrankungen, auf die das Rauchen kaum negativen Einfluss hat.

Ausnahme: Wenn ein Raucher seine Lunge schon sehr weitgehend geschädigt hat, sodass sie nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen kann, kann es zu einer kompensatorischen Überproduktion an roten Blutkörperchen kommen.


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