Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Richtig erkennen, richtig behandeln Häufige Erkrankungen

Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit: Diese Fehlsichtigkeiten lassen sich mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren und inzwischen auch großteils operativ behandeln. Doch nicht alle Augenerkrankungen wirken sich ausschließlich auf das Sehvermögen aus.

Stand: 22.06.2017

Eine Frau beim Reinigen ihrer Kontaktlinsen | Bild: colourbox.com

Mehr als nur ein Schönheitsfehler: Schielen (Strabismus)

Das eine Auge blickt geradeaus, das andere zur Seite, nach oben oder nach unten: Rund zwei Millionen Deutsche schielen und sind damit nicht nur stigmatisiert; bei Schielen im Kindesalter kommt es oft auch zu einer Sehstörung: Das Gehirn bemüht sich, die Bilder beider Augen zur Deckung zu bringen. Gelingt dies nicht, wird das schielende Auge vom Gehirn ausgeblendet und kann keine volle Sehkraft entwickeln (Fachausdruck Amblyopie).

Tipp:

Daher ist es ratsam, schnell den Augenarzt aufzusuchen, wenn Kinder Auffälligkeiten zeigen: Es gibt ein Fenster bis etwa zum Ende des Grundschulalters, bei dem sich diese Amblyopie noch behandeln lässt. Danach kann das Auge nicht mehr umlernen, die Sehkraft bleibt teilweise stark eingeschränkt. Hier gilt: Je früher die richtige Diagnose gestellt und eine entsprechende Behandlung begonnen wird, desto besser ist die Aussicht auf Ausbildung eines normalen Sehvermögens.

Alarmsignale und "normales" Schielen

Ein neugeborener Säugling kann Gegenstände noch nicht fixieren. Es ist normal, dass seine Augen manchmal nicht ganz parallel stehen. Bedenklich wird es nur dann, wenn ein Auge ständig von der Richtung des anderen abweicht. Eltern sollten auch dann aufhorchen, wenn sich ein Kind besonders „tollpatschig“ anstellt, ständig gegen Gegenstände läuft oder beim Betrachten von Bildern später beim Lesen über Kopfschmerzen klagt. Nicht immer nämlich lässt sich eine Fehlstellung der Augen ohne weiteres erkennen. Erst eine gründliche Untersuchung kann in diesen Fällen Klarheit bringen.

Behandlungsmöglichkeiten beim Schielen

Abkleben: Bei Kindern kann es helfen, das gesunde Auge zeitweise abzukleben, um das unterentwickelte Auge zu fördern. Was sich zunächst widersinnig anhört, hat den Effekt, dass das vernachlässigte aber im Prinzip sonst gesunde Auge trainiert wird und wieder seine Funktion übernimmt. Wichtig bei der Therapie der Amblyopie ist, dass diese Therapie so früh wie möglich begonnen wird.

Brille: Bestimmte Formen des Schielens lassen sich oft durch die richtige Brille beheben.

Operieren: Eine weitere Therapieoption stellt die Operation dar.


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