Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Erkrankung des Sehnervs Grüner Star (Glaukom)

Beim sogenannten Grünen Star kommt es zu einer fortschreitenden Schädigung des Sehnervs, welche oft mit einem erhöhten Augeninnendruck assoziiert ist. In Deutschland leiden etwa eine Million Menschen am Grünen Star.

Stand: 22.06.2017

Die Pupillen von verschiedenen menschlichen Augen | Bild: picture-alliance/dpa

Weltweit ist das Glaukom die häufigste Ursache einer irreversiblen Erblindung, die bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie verhindert werden kann.

Diagnose

Ein frühes Krankheitsstadium kann der Augenarzt allein durch eine Untersuchung an der Spaltlampe mit Beurteilung des Sehnervenkopfes, durch Messung des Augeninnendrucks und gegebenenfalls durch eine zusätzliche Bestimmung des Gesichtsfelds erkennen. Die Gefahr des Glaukoms besteht in einem schleichenden Beginn und häufig unbemerktem Voranschreiten der Erkrankung. Der oft erhöhte Augeninnendruck ist in der Regel schmerzlos. Das zentrale Sehen (Sehfeld in der Mitte) wird beim grünen Star erst ganz zum Schluss betroffen.

"Bemerken die Patienten, dass das Sehen schlechter geworden ist, ist die Erkrankung meistens schon weit voran geschritten. Für manche Augen mit Glaukom ist bereits ein Augeninnendruck im normalen Bereich zu hoch."

Oberarzt Prof. Dr. Christoph Hirneiß von der Augenklinik der LMU München

Es gibt bekannte Risikofaktoren, die mit einer erhöhten Erkrankungswahrscheinlichkeit für Glaukom verbunden sind. Hierzu gehören Alter, Kurzsichtigkeit, Ethnie (Afrikaner haben ein erhöhtes Risiko) und vor allen eine familiäre Vorbelastung.

Tipp

Ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zum Augenarzt gehen!

Therapie

Ist ein Glaukom erst einmal erkannt, kann man in erster Linie mit Augentropfen den Augeninnendruck regulieren und ein Fortschreiten der Krankheit verhindern. Lässt sich der grüne Star mit Augentropfen alleine nicht regulieren, stehen Laserbehandlungen oder verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung. Die klassische Glaukomoperation besteht darin, einen neuen Abfluss des Kammerwassers anzulegen. Dieses fließt dann unter die Bindehaut und wird von dieser aufgenommen. In den letzten Jahren haben sich zudem eine Vielzahl von Verfahren etabliert, die mittels minimal-invasivem Ansatz zu einer Augendrucksenkung führen. Hierbei werden oft kleine Implantate eingesetzt. Beispielsweise kann der Abfluss unter die Bindehaut auch durch das Setzen eines Stents erreicht werden, wofür nur ein kleiner Schnitt in die Hornhaut notwendig ist. Viele neue Verfahren werden im Moment eingesetzt, wobei Langzeiterfahrungen noch gesammelt werden müssen. Immerhin ist das Glaukom in der Regel eine nur langsam fortschreitende Erkrankung, und man benötigt die Beobachtung über mehrere Jahre. Alle therapeutischen Ansätze können die Krankheit im besten Fall nur stabilisieren. Doch die Anteile des Sehnervens, die einmal verloren sind, lassen sich nicht mehr reparieren. Dies zeigt die Bedeutung der Erkennung der Erkrankung in einem frühen Stadium auf.


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