Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Alterungsprozesse Warum wird man alt?

Viele Zellen unseres Körpers haben eine festgelegte Lebensdauer: Sie werden neu gebildet und sterben wieder ab. Mit zunehmendem Alter der Zellen verlieren manche Zellarten die Fähigkeit, sich zu teilen und neu zu bilden. Dieser Alterungsprozess spielt sich an den Enden der Chromosomen ab, an den sogenannten Telomeren.

Stand: 17.07.2014

Der Alterungsprozee ist unaufhaltsam - im Bild: Ein altes und ein junges Gesicht nebeneinander | Bild: colourbox.com

Wichtig: Zu den inneren Faktoren der Zellalterung kommen äußere Einflüsse: Rauchen, UV-Strahlung und andere lassen die Zellen schneller altern.

Wenn Knochen altern

Die elastischen Anteile des Knochens werden im Laufe des Lebens weniger, der Knochen wird "spröder“. Die Knochenmasse insgesamt nimmt ab und der Knochen wird "zerbrechlicher“. Frauen sind im Verlauf ihres Lebens häufiger mit dieser Problematik konfrontiert als Männer, denn sie hängt eng mit hormonellen Veränderungen, vor allem der Östrogenbildung, zusammen.

Wenn die Muskeln weniger werden

Der Abbau der Muskelmasse mit zunehmendem Alter ist ein normaler biologischer Vorgang. Die Gesamtmuskelmasse und der Wasseranteil des Körpers nehmen ab, der Fettanteil nimmt zu. "Der alternde Körper wird also fetter und trockener“, sagt Dr. Klaus Timmer.

Was passiert in den Organen?

  • Das Herz-Kreislaufsystem etwa verliert je nach Trainingszustand altersbedingt an Leistungsfähigkeit.
  • Auch die Ausscheidungs- und Entgiftungsfunktion der Nieren nehmen im Alter ab.
  • Die Produktion verschiedener Hormone wird geringer, was zu spröden Knochen führen kann, aber auch zu einer Abnahme oder Veränderung der sexuellen Bedürfnisse und Leistungsfähigkeit.

Ältere Haut – faltige Haut

In der alternden Haut nehmen das Bindegewebe und das Fettgewebe in der Unterhaut ab, daher bilden sich beispielsweise Falten und Tränensäcke. Lebenslange Sonneneinwirkung führt zu fleckenhafter Pigmentierung, den sogenannten Altersflecken, die Blutgefäße werden brüchig oder weiten sich unter der Haut aus, was zu den typischen rötlichen Verfärbungen führen kann. Typische bösartige Hauttumoren des hohen Lebensalter, die meist auf die lebenslange Sonneneinwirkung zurückführbar sind, sind im Frühstadium gut behandelbar.

Das Gehirn kann länger jung bleiben

Die geistige und kognitive Leistungsfähigkeit bleibt bei den meisten Menschen bis ins hohe Alter erhalten und hängt einerseits von der genetisch vorhandenen Intelligenz ab, andererseits vom intellektuellen "Ausgangsniveau“ des Einzelnen. Spezielle Fähigkeiten wie Multitasking oder Reaktionszeiten nehmen ab. Teilweise kommt es zu Abbauprozessen der Gehirnzellen, die unter anderem auch durch Durchblutungsstörungen hervorgerufen werden können.

Wichtig:

Nicht aufzuwiegen ist der Schatz an Lebenserfahrung jeglicher Art, den alte Menschen besitzen.

Auch die Seele ist betroffen

Für sehr viele Menschen ist das Altern negativ belastet und wird als Schwäche empfunden. Zu der häufigen Ausgrenzung durch die Jungen kommt oft eine ganz reelle körperliche Schwächung, die meist auch das Selbstbewusstsein mindert. Wenn dazu dann noch ein Sturz, lange Klinikaufenthalte und eventuell bleibende körperliche Beeinträchtigungen kommen – dann führt das zu einem Teufelskreis und einer dauerhaften Minderung von Selbstvertrauen und innerer Kraft, die häufig in innerer und äußerer Isolation alter Menschen mündet.


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