Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Symptome im Alter Reaktion auf zu viele Medikamente

Schwindel, Müdigkeit, Verdauungsprobleme – das sind nur einige der Symptome, die auftreten können, wenn die Medikation nicht stimmt, wenn man z.B. zu viel von einem Medikament nimmt...

Stand: 29.08.2016

Älterer Mann im Bett mit Kopfschmerzen und besorgter Ehefrau im Hintergrund | Bild: colourbox.com

... oder wenn sich die verschiedenen Tabletten nicht miteinander „vertragen“.

Liste der Symptome

Wenn ein Patient einen gefährlichen Medikamentencocktail einnimmt, kann es unter anderem zu folgenden Symptomen kommen:

  • Stürze
  • Verwirrung
  • Schwindel
  • Schlafstörungen
  • Verstopfung
  • Durchfall

"Auch auf so etwas wie Hautausschläge sollte man achten, denn das kann eine Allergie auf ein neues Medikament sein. Und auch Allergien darf man nicht unterschätzen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem Herzstillstand als schwere allergische Reaktion kommen."

Dr. Siegel, ehemals Geriatriezentrum Neuburg

Beispiele

  • Wasser in den Beinen kann durch die erhöhte Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln entstehen (siehe Arthrose vs. Bluthochdruck).
  • Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme, die beinahe in Stürze münden, können durch zu viel oder mit anderen Mitteln zusammenwirkende Beruhigungs- oder Schlafmittel hervorgerufen werden.
  • Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme können aber auch durch zu viel wassertreibende Medikamente ausgelöst werden.

Verdauungsprobleme

Opiate lähmen die Darmfunktion. Deswegen bekommen Patienten mit einem chronischen Schmerzleiden, falls sie Opiate nehmen, auch immer einen Wirkstoff, der den Darm in Gang hält. Das kann auch ein Quellstoff sein, den man regelmäßig mit dem Essen aufnimmt.
Ferner reagiert der ganze Magen-Darm-Trakt empfindlich auf sogenannte nichtsteriodale Antirheumatika.
Auch löst beispielsweise ACC bei 50 Prozent der Menschen Magenschmerzen aus.

Reduktion von Medikamenten

Ältere Menschen, die sich an bestimmte Medikamente gewöhnt haben, tun sich oft schwer, diese wegzulassen, oder durch andere, wie z.B. Generika (Nachahmerprodukte), zu ersetzen, auch wenn der Arzt dazu rät.

"Dahinter steckt meiner Erfahrung nach, dass Patienten Angst davor haben. Sie empfinden ihre Situation als ausgeglichen und wollen sie nicht verändern, fühlen sich stabil, können damit umgehen und wollen sich nicht damit auseinandersetzen."

Dr. Siegel, ehem. Geriatriezentrum Neuburg


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