Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Die unterschätzte Generation

Von: Klaus Schneider

Stand: 26.06.2014

Älterer Mann beim Arzt | Bild: colourbox.com

In Deutschland leben derzeit knapp 82 Millionen Menschen. Rund ein Viertel davon sind Rentnerinnen und Rentner. 15 Prozent der Bevölkerung Deutschlands sind über 70 Jahre alt. Ein großer Anteil, der jedoch immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert wird.

Das Bild vom älteren Menschen

Experten:

Der Text beruht auf einem Interview mit Dr. Not-Rupprecht Siegel, ehemals Chefarzt am Geriatrie Zentrum Neuburg sowie der Soziologin Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin.

Während das Bild der Jugend eher positiv besetzt ist, tauchen beim älteren Menschen eher negative Assoziationen auf. Ältere Menschen sind - dem allgemeinen Bild zufolge - weniger attraktiv und weniger kompetent. (Quelle: Krings & Kluge, Altersvorurteile, 2008)

Allerdings gibt es auch positive Bilder, die mit dem Alter verbunden werden.

Bilder, die mit dem Alter assoziiert werden:

Positiv: Im Alter muss man nicht mehr arbeiten, man kann die Rente genießen, hat Zeit für Dinge, die man vorher nicht hatte, etc.

Negativ: Im Alter hat man Schmerzen, kann sich nicht richtig bewegen, ist einsam, depressiv, vergesslich, etc.

Die Rolle der Medien

Eine nicht unwesentliche Rolle, wie alte Menschen wahrgenommen werden, spielt die Darstellung in den Medien, vor allem im Fernsehen und in der Werbung. Dort lässt sich eine Tendenz dahingehend erkennen, dass das Bild älterer Menschen immer positiver wird: Grauhaarige Autofahrer suggerieren zum Beispiel, dass auch ältere Menschen einen sportlichen Fahrstil haben können.

"Ich glaube, dass diese Dinge den Umgang mit älteren Menschen verändern, weil die Jungen den älteren Menschen als Konsumenten, als potenten Käufer und damit auch als ernstzunehmendes Gegenüber wahrnehmen. Da ist schon ein Prozess im Gange, allerdings sehr langsam."

Dr. Not-Rupprecht Siegel, ehem. Geriatrie Zentrum Neuburg

Unterschätzte Generation

Weil dieser Prozess sehr langsam vonstattengeht, wird die ältere Generation gerade auch von der Ärzteschaft oft unterschätzt.

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