Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Hintergrund HIV heute

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HIV vermeiden Schutzimpfung nicht in Sicht

Das Aids-Virus ist genetisch sehr wandelbar, daher sind zahlreiche verschiedene Erregervarianten im Umlauf. Dies erschwert die Suche nach einer wirksamen Schutzimpfung.

Stand: 29.11.2012

Arzthand mit Impfstoff in der Testphase mit Patient (Südafrika, 2003) | Bild: picture-alliance/dpa

Bisherige Versuche ohne Erfolg

Um effektiv zu sein, muss ein Impfstoff vor möglichst vielen dieser Virentypen schützen. Es hat in der Vergangenheit nach Tierversuchen weltweit mehr als 100 klinische Tests an Menschen gegeben und alle sind gescheitert. Im Herbst 2009 enttäuschten die endgültigen Ergebnisse einer zuvor groß angekündigten Studie: der in Thailand an 16.000 Menschen getestete Impfstoffprototyp RV 144 hatte die Infektionsrate nur um rund ein Drittel gesenkt.

Hoffnungsvolle Experimente

- Kubanische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben an Mäusen erfolgreich einen Impfstoff gegen Aids getestet. Nun wird eine "sehr begrenzte, streng kontrollierte klinische Testphase" mit HIV-positiven Patienten vorbereitet.

- Forscher der Harvard Medical School haben erstmals mehrere Kombinationsimpfstoffe gegen Aids getestet, die auch vor einer aggressiven, resistenten Virenmischung schützen. In Versuchen an Rhesusaffen reduzierten die gentechnisch hergestellten Vakzine das Infektionsrisiko der Tiere bei einmaligem Kontakt mit Affenaids-Viren um 80 Prozent. Da sich die Oberflächenproteine von Affenaids-Viren und HIV-humanen Aidsviren gleichen, gelte dies auch für Impfstoffe gegen Aids beim Menschen. Der in den Tests erfolgreichste Kombinationsimpfstoff soll demnächst in einer ersten klinischen Studie an Menschen getestet werden.

Schutz für Frauen?

Ein neuartiger Vaginalring könnte Frauen in Zukunft vor einer HIV-Infektion und damit vor Aids schützen. Der Ring enthält sogenannte Mikrobizide, die eine Ansteckung verhindern sollen. Nach amerikanischen Forschern verspricht der Test mit dem Vaginalring bei Affen Hoffnung. Die Wissenschaftler glauben einen Vaginalring entwickeln zu können, der vor vielen sexuell übertragbaren Krankheiten, darunter auch vor einer HIV-Infektion, und zugleich vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt.

"Die Heilungsforschung hat in den letzten zwölf Monaten mehr Fortschritte gemacht als je zuvor. Fünf Jahre sind ein realistischer Zeitraum, in dem wir das Ziel der Heilung erreichen könnten. Allerdings sind die Forschungsarbeiten noch nicht soweit, einen schützenden Impfstoff auch in den nächsten Jahren zu entdecken."

Dr. Hans Jäger Wissenschaftlicher Leiter der Münchner AIDS-Tage

Sicherheit – auch ohne Schutzimpfung

Die Gefahr der Ansteckung mit dem HI-Virus ist verschwindend gering, wenn man sich an die Sicherheitsvorkehrungen hält. Am wichtigsten ist „Safer Sex“, da die meisten Infektionen durch intime Kontakte übertragen werden. Kondome sind derzeit das Einzige, was mit hoher Sicherheit schützt, und die Aufklärung der Bevölkerung ist die beste Möglichkeit, die Zahl der Neuinfektionen zu senken.


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