Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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HIV und Alltag Arbeitstauglichkeit

Die heutige Therapie ermöglicht den HIV-Patienten ihrem normalen Alltagsleben so nachzugehen, als wären sind gesund. Bedingung ist, dass der Patient die ärztlichen Vorschriften einhält.

Stand: 29.11.2012

HIV-Infizierter vor Aids-Schleife im Interview | Bild: picture-alliance/dpa

Eine gesunde Lebensführung trägt dazu bei, dass das Immunsystem nicht zusätzlich geschwächt wird.

Umgang mit AIDS-Kranken

  • Jeder soziale Kontakt in Beruf und Privatleben mit Händereichen, Umarmen und Ähnlichem ist völlig unbedenklich.
  • Auch das gemeinsame Benutzen von Besteck, Geschirr, Gläsern, Toiletten oder Handtüchern ist unbedenklich. Es gibt keinerlei Hinweise auf ein erhöhtes Infektionsrisiko für Menschen, die mit einer infizierten  Person im selben Haushalt leben.

Achtung Ansteckungsgefahr

Ein Ansteckungsrisiko bergen hingegen intime Beziehungen. Grundlage eines effektiven Schutzes vor einer HIV-Infektion und Aids ist die konsequente Anwendung von Safer Sex. Beim Geschlechtsverkehr bieten Kondome eine Sicherheit vor Ansteckung. Ohne Kondom besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, da beim Sexualkontakt kleinere Verletzungen entstehen können.

"Das Interesse der Gesellschaft ist weiterhin groß, obwohl die Medien hauptsächlich zum Welt AIDS-Tag darüber berichten. Und obwohl HIV und AIDS oft über einen Kamm geschert wird, sind die Präventionskampagnen erfolgreich: In neuen Beziehungen spielt Safer Sex eine große Rolle: 2010 nutzten 85 Prozent der Männer und 89 Prozent der Frauen am Beginn einer neuen Beziehung Kondome."

Dr. Hans Jäger, Wissenschaftlicher Leiter der Münchner AIDS-Tage

Mythos: Sex und Tod

Während eine Normalisierung der medizinischen Situation, der Diagnostik, der Therapie und der Begleitung der Patienten zu spüren ist, wurde die Diskriminierung noch nicht besiegt. Sie ist zwar seit dem Ausbruch der Epidemie kleiner geworden, aber sie ist nach wie vor da, und das verleiht dieser Erkrankung eine negative Aura.

"Obwohl diese Krankheit erst in den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts auftrat -  100 Jahre zuvor, haben der populäre Schriftsteller Arthur Schnitzler und der Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud in ihren Werken die Nähe von Sexualität und Tod beschrieben. Das ist der Mythos, den heute die Immunschwächekrankheit hat."

Dr. Hans Jäger, Wissenschaftlicher Leiter der Münchner AIDS-Tage

Aids und Drogenabhängige

Drogenabhängige, die gebrauchte Spritzen benutzen, laufen Gefahr angesteckt zu werden, wenn die Nadel vorher von HIV-Infizierten benutzt wurde. Rund 16 Millionen Menschen weltweit spritzen sich nach Schätzungen von Wissenschaftlern Rauschgift und etwa jeder fünfte davon ist mit dem Aids-Virus infiziert.

Durch Präventionskampagnen - wie durch kostenlosen Austausch von Spritzen und Kanülen und durch Heroinersatzprogramme - wird diese Gefahrquelle in Deutschland im Gegensatz zu den südeuropäischen Ländern allmählich kleiner. Etwa acht Prozent der neu mit HIV-Infizierten sind Drogenabhängige, die sich Drogen in die Vene spritzen.


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