Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Wie funktioniert Schmecken? Zentrale Rolle der Schmeckknospen

Beim Schmecken docken Moleküle an den Sinneszellen, den sogenannten Schmeckzellen in Mund und Rachenraum an. Diese formieren sich in Gruppen, den Schmeckknospen, welche auf der Zunge in den Schmeckpapillen sitzen. Ähnlich dem Riechen werden auch die Schmeckinformationen über Nerven zum Gehirn geleitet.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 30.06.2016

Schmecken und Riechen | Bild: imago/Westend61

Im Unterschied zum Riechen sind beim Schmecken insgesamt drei Nerven beteiligt, allerdings werden die Schmeckinformationen ebenfalls im Gehirn in einer Art Karte abgespeichert.

Sechs Schmeckrichtungen

Die Schmeckrezeptoren im Mund können fünf verschiedene Eindrücke unterscheiden: süß, sauer, salzig, bitter und umami (eine Art Geschmacksverstärker). Seit einigen Jahren diskutieren Forscher über eine sechste Schmeckrichtung: Fett.

Schmeck-Störungen

Relativ viele Patienten berichten nach einer Operation im Mundraum oder nach der Entfernung der Rachenmandeln von einer vorübergehenden Beeinträchtigung ihres Schmecksinns. Meistens beschreiben sie es als metallischen Geschmack. In den allermeisten Fällen verflüchtigt sich der aber spätestens nach einigen Monaten wieder.

Nebenwirkung von Medikamenten

Die meisten Medikamente führen nicht zu einer kompletten Schmeckminderung, sondern zu einem meist unangenehm metallischen Geschmack im Mund - in Form einer Parageusie (Veränderung der Geschmackswahrnehmung) oder Phantogeusie (Wahrnehmung von Schmeckeindrücken ohne tatsächliche Reizquelle). Medikamente können auch eine Mundtrockenheit auslösen und durch den verminderten Speichel die Schmeckknospen stören.

"Isst ein Patienten etwas, dann nimmt seine Zunge den Geschmack verfälscht wahr, er empfindet z.B. einen metallischen Beigeschmack - das kann manchmal bei Antibiotika der Fall sein."

Dr. med. Clemens Heiser, Funktionsoberarzt an der Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik der TU München.

Operation am Ohr

Auslöser einer Schmeckstörung kann auch eine Ohr-Operation sein, denn durch das Mittelohr führt die so genannte Paukensaite (Chorda tympanie). Wird die bei einer Operation verletzt, führt das zu einseitigen Schmeckstörungen auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge.


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