Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


7

Jod-Verwaltung im Körper Aufbau und Funktion der Schilddrüse

Ein unscheinbares Organ "redet" überall mit: Die Schilddrüse greift in praktisch alle Vorgänge des Wachstums, der Entwicklung, der Reifung und des Stoffwechsels ein.

Stand: 18.12.2014

Sie Schilddrüse hat in etwa die Form eines Schmetterlings, dessen Körper vor und dessen Flügel beidseits der Luftröhre liegen - im Bild: Darstellung der Schilddrüse an einer jungen Frau | Bild: Forum Schilddrüse
Steckbrief Schilddrüse
Sie hat in etwa die Form eines Schmetterlings, dessen Körper vor und dessen Flügel beidseits der Luftröhre liegen.
Bei Frauen hat sie ein Volumen von unter 18 ml, bei Männern unter 25 ml.
Von außen ist eine gesunde Schilddrüse in der Regel nicht sichtbar. Nur bei langen, schlanken Hälsen bemerkt man sie beim Schlucken.
Die Schilddrüse besteht aus kleinen Bläschen (Follikeln). Die Zellen in der Bläschen-Hülle produzieren Hormone.
Die Bausteine dafür erhalten sie über das Blut.

Schilddrüsenhormone

Man unterscheidet zwei Schilddrüsenhormone:

  • Thyroxin: Wegen seiner vier Jod-Atome T4 genannt.
  • Thrijodthyronin: Wegen seiner der drei Jod-Atome T3 genannt.

Diese Hormone machen ihren Einfluss im ganzen Körper geltend. Wenn sie in der richtigen Menge vorhanden sind, geht es dem Menschen gut.

Überfunktion und Unterfunktion

Die Hypophyse ist verantwortlich dafür, dass nicht zu viele und nicht zu wenige Schilddrüsenhormone ausgeschüttet werden. Die Hirnanhangdrüse produziert das Hormon TSH, das die Schilddrüse steuert.

  • Steigt der TSH-Spiegel in der Schilddrüse an, so gibt das Organ vermehrt Hormone an den Blutkreislauf ab.
  • Sind ausreichend Schilddrüsenhormone im Blut vorhanden, drosselt die Hypophyse ihre TSH-Produktion, und damit verringert auch die Schilddrüse ihre Hormonausschüttung.

Bei Schilddrüsenerkrankungen führt ein Zuviel an Schilddrüsenhormonen (Überfunktion) zu einer Unterdrückung der Signale der Hirnanhangdrüse, d.h. TSH sinkt ab. Ein Zuwenig (Unterfunktion) führt zu einer Zunahme der Signale der Hypophyse, d.h. TSH steigt an und regt die Schilddrüse an. So lassen sich Störungen der Schilddrüsenfunktion an dem TSH-Spiegel wie an einem Verstärker früh erkennen.

Schilddrüsenunterfunktion

  • Sie kann zur Verzögerung von Wachstum und geistiger Entwicklung, schlimmstenfalls bis zum Kretinismus bei Ungeborenen und Kleinkindern führen.
  • Sie ist verantwortlich für die Verlangsamung der Bewegungsabläufe und geistigen Beweglichkeit, aber auch für Antriebsminderung und Konzentrationsstörungen.
  • Sie kann auch den Anstieg der Blutfette, die Verlangsamung der Kreislaufvorgänge, nicht selten spürbare Gewichtszunahme, verminderte Wärmeproduktion bzw. Kälteempfindlichkeit auslösen.

Schilddrüsenüberfunktion

  • Sie beschleunigt die Stoffwechselvorgänge und verursacht dadurch motorische Unruhe, unkonzentrierte Hektik, ineffektive Antriebssteigerung.
  • Sie kann auch zur Gewichtsabnahme und beschleunigte Darmtätigkeit führen und gesteigerte Wärmeproduktion auslösen.
  • Mit der Schilddrüsenüberfunktion geht oft Atemnot, die Erhöhung der Herzfrequenz einher, die im Extremfall sogar zum Herzversagen führen kann.

7