Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Rheumatherapie bei Kindern Je früher, desto besser!

Neben der medikamentösen Therapie spielen für Kinder und Jugendliche mit Rheuma vor allem auch die Physiotherapie und Ergotherapie eine große Rolle.

Von: Johannes von Creytz

Stand: 28.06.2017

Bewegungstherapie in der Schwimmhalle. Bei einer Wassertemperatur um 33 Grad sind die Gelenke der rheumakranken Kinder fast schmerzfrei. | Bild: picture-alliance/dpa

Sogenannte Biologika können medikamentös entzündungsfördernde Botenstoffe des Immunsystems unterdrücken. Aber auch Bewegung ist bei Rheuma ein wichtiges Heilmittel. Wer als Kind seine Finger nicht richtig bewegt, nicht richtig rennt, klettert oder stürzen lernt, der wird wichtige Bewegungsmuster nicht erlernen und als Erwachsener motorische Probleme haben. Deshalb sind Übungen, die die Funktion und Koordination der Gliedmaßen trainieren, besonders für Kinder wichtig.

Kortison

Kortison kann Kindern bei ständigen Schmerzen und Funktionseinbußen eine wertvolle Hilfe sein, sollte aber wenn möglich sparsam und direkt in die betroffenen Gelenke gespritzt werden. So können mögliche Nebenwirkungen klein gehalten werden.

Rheuma und Ernährung

Die richtige Ernährung kann die Therapie positiv unterstützen. Empfohlen wird eine mediterrane Küche, mit Olivenöl, Fisch und Gemüse. Günstig bei Patienten mit chronisch entzündlichem Rheuma ist eine fleischarme Kost. Besonders Schweinefleisch sollten Rheumatiker nur sparsam zu sich nehmen, weil darin viel der entzündungsfördernden Arachidonsäure steckt. Ganz auf Fleisch verzichten müssen Rheumatiker nicht. Im Gegenteil, mageres Rind- oder Lammfleisch kann ein schmackhafter und wichtiger Eisenlieferant für den Körper sein.

Doch geheilt? Wenn Rheuma plötzlich verschwindet.

Manchmal verschwindet Rheuma plötzlich. Laut internationaler Studien ist die Krankheit bei etwas weniger als der Hälfte der Betroffenen im Erwachsenenalter nicht mehr aktiv. So unterschiedlich rheumatische Erkrankungsformen und Patienten sind, so unterschiedlich können die Gründe für ein ausbleiben der Beschwerden sein. Eine einheitliche wissenschaftliche Aussage dazu gibt es nicht. Hoffnungen können sich aber am ehesten diejenigen Rheumatiker machen, bei denen nur wenige Körperstellen betroffen sind und die schon im Frühstadium eine erfolgreiche Therapie genossen haben. In jedem Fall ist aber auch für ehemalige Rheumatiker eine regelmäßige, fachärztliche Untersuchung bei einem internistischen Rheumatologen sinnvoll.


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