Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Hintergrund Reisemedizin

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Reisetipps Impfschutz überprüfen

Cholera, Durchfall und Malaria - wer in den Urlaub fährt, sollte sich vorher informieren, welche Erkrankungen im Urlaubsland lauern können. Damit die schönsten Wochen des Jahres auch wirklich erholsam sind.

Stand: 10.07.2018

Pictogramme, Sonne Weltkarte, Liegestuhl, Spritze | Bild: Creativ Collection

Generell kann man sagen: Je weiter eine Reise geht, desto wichtiger ist ein umfassender Impfschutz. Mindestens sechs Wochen vor Reiseantritt sollte man sich über die gesundheitlichen Risiken am Urlaubsziel informiert haben und sich impfen lassen. Empfehlungen, welcher Impfschutz in welchem Land wichtig ist, geben Tropenmediziner, die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut sowie das Auswärtige Amt. Wenn für die Reise eine oder mehrere Impfungen nötig werden, ist es wichtig, sich an die vorgegebenen Impf-Termine zu halten. Meist ist man dann zehn Jahre geschützt. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für Impfungen.

Tetanus und Co.

Eine Reise ist eine gute Gelegenheit, einen Blick in den Impfpass zu werfen und seinen Impfschutz zu überprüfen. Selbstverständlich sollte jeder - zu Hause wie im Urlaub - über den in Deutschland üblichen Impfschutz verfügen. Sträflich vernachlässigt wird dabei oft der Schutz gegen Tetanus. Ist dieser nicht regelmäßig (alle zehn Jahre) aufgefrischt worden, sollte man das schnellstens beim Hausarzt nachholen - auch ohne Urlaub.

Empfehlungen und Bedingungen

Gegen Gelbfieber darf man sich nur in zugelassenen Impfstellen impfen lassen.

Für manche Reiseländer - zum Beispiel Afrika und Asien - ist eine Gelbfieber-Impfung Voraussetzung für die Einreise. Diese spezielle Impfung darf aber nur an dafür zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen erfolgen. Das kann gegebenenfalls auch der Hausarzt sein. Fragen Sie Ihren Hausarzt ob er auch eine reisemedizinische Zusatzqualifikation hat und eventuell auch eine Gelbfieber-Impfstelle ist. Spezialisten für Reiseimpfungen sind Reise- und Tropenmediziner. Gegen Tetanus, Poliomyelitis und Diphterie, Masern, Keuchhusten (Pertussis), sowie gegebenenfalls Influenza und Pneumokokken (ab 60 Jahren) sollten alle Reisenden eine Immunisierung haben, denn dieser Schutz wird weltweit empfohlen.

Warum impfen?

Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten und tropischen Erkrankungen. Durch die Impfung lernt der Körper, den Erreger selbst zu erkennen und unschädlich zu machen. Manche Impfungen müssen mehrfach wiederholt werden, bis der Schutz aufgebaut ist, andere müssen in zeitlichem Abstand zu anderen Impfungen erfolgen. Halten Sie sich beim Impfen genau an die Vorgaben!

Viele Krankenkassen erstatten Kosten

Die Krankenkassen erstatten meist die Reiseimpfungen, wenn man die Rechnungen einreicht.

Die Krankenkassen erstatten meist die Reiseimpfungen, wenn man die Rechnungen einreicht. In der Regel verläuft die Impfung so, dass Versicherte zunächst die Behandlung bezahlen und dann die Rechnung bei ihrer Krankenkasse einreichen. Fragen Sie Ihre Krankenkasse vor dem Impfen, ob sie die Kosten übernimmt.

Info: Tropenmedizin und Reiseimpfungen

Tropenmediziner beraten Sie darüber, welche Impfungen Sie für Reisen in Südeuropa und für Fernreisen brauchen. Wo Sie Tropeninstitute in Deutschland finden, können Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) nachsehen. Mehr über Reiseimpfungen und Tropenmedizin erfahren Sie auch auf den Seiten des Robert Koch Instituts (RKI) und des Centrums für Reisemedizin (CRM).

Zwischenmenschliches

Weltweit werden laut Schätzungen etwa 250 Millionen Fälle von Infektionen durch Geschlechtsverkehr übertragen. Dabei spielt nicht nur die HIV-Infektion eine Rolle, auch Hepatitis und eine Reihe von Geschlechtskrankheiten können übertragen werden. Aktuell warnen Reisemediziner vor multiresistenten Durchfallerkrankungen aus Asien, die Patienten mit kaum beherrschbaren Darminfektionen plagen.
Sexualkontakte mit flüchtigen Bekanntschaften und Personen, die viele Sexualpartner haben (z.B. Prostituierte), sollten deshalb generell vermieden werden. Und wenn die Lust doch stärker ist, sollten sich Männer wie Frauen in jedem Fall durch den Gebrauch von Kondomen konsequent schützen.


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