Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Hygiene und Ernährung Achtung beim Essen im Urlaub

Auch bei Garküchen sollte man vorsichtig sein. Auch wenn dort vor den eigenen Augen Essen in Pfannen oder Woks erhitzt wird, sollte man skeptisch sein. Sie wissen nicht, wie lange die Zutaten schon in der Sonne gestanden haben. Zu kurz angebraten, werden Salmonellen und andere Keime an der Oberfläche zwar abgetötet, im Inneren von Gemüse oder Fleischstückchen kann aber noch ein Rest von gefährlichen Bakterien vorhanden sein.

Von: Johannes von Creytz

Stand: 10.07.2018

Garküche in Bangkok
| Bild: picture-alliance/dpa

Gefahrenquelle Getränke: Keime verursachen Durchfall

Etwa die Hälfte aller Infektionen in Entwicklungsländern ist auf verunreinigtes Trinkwasser zurückzuführen. Hier gilt besondere Vorsicht. In den Tropen kann Wasser Krankheitserreger enthalten: Viren (Erreger von Hepatitis A und E), Bakterien (Erreger von Cholera und Typhus) sowie Parasiten (Erreger der Amöbenruhr). Oberstes Gebot: Leitungswasser auf keinen Fall trinken und auch nicht zum Zähneputzen verwenden! Stattdessen Mineralwasser oder abgekochtes Leitungswasser nehmen. Rucksackreisende sollten immer Entkeimungs-Tabletten oder Wasserfilter dabei haben. Zusätzliche Desinfektion liefert in heißen Ländern die UV Strahlung der Sonne. Nach dem SODIS-Verfahren (Solar Desinfektion) sollte das Wasser aber mindestens einen Tag in durchsichtigen Flaschen der prallen Sonne ausgesetzt sein.

Dosen, Flaschen und Abgekochtes ist sicherer

Unbedenklich sind frisch gekochte Getränke wie Tee oder Kaffee. Sodawasser oder Limonaden sind nur dann risikofrei, wenn sie industriell abgefüllt und originalversiegelt sind (Dosen, Flaschen). Achten Sie auch in Hotels und Restaurants darauf, dass das bestellte Wasser in einer originalverschlossenen Flasche gebracht wird. Verzichten Sie in jedem Fall auf Eiswürfel - sie werden aus Trinkwasser hergestellt und können Erreger enthalten.

Gefahrenquelle Lebensmittel

In vielen Ländern ist es auch heute noch üblich, Felder mit menschlichen Fäkalien zu düngen. Daher sollte man gerade in exotischeren Ländern genau darauf achten, was man zu sich nimmt.

Empfehlenswert:

  • alles frisch Gekochte und Durchgebratene
  • selbst geschältes Obst und Nüsse (Orangen, Bananen, Mango, Ananas, Kokosnüsse)
  • Tee und Kaffee, industriell hergestellte und original verschlossene Soft Drinks und Mineralwasser
  • Gewürze, Essig, Speiseöl

Mit Vorsicht zu genießen:

  • Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Krabben, Krebse, Muscheln
  • Milchprodukte aller Art (Frischmilch, Jogurt, Käse, Quark)
  • Tiefkühlkost (Unterbrechung der Kühlkette möglich)
  • frisch gepresste Säfte sind riskant (auf Sauberkeit von Früchten, Presse und auf die Hände des Verkäufers achten)

Finger weg:

  • rohes Fleisch oder rohe Meeresfrüchte (Garnelen, Sushi, Muscheln), nicht durchgebratene Steaks
  • rohe, kalte, abgestandene Speisen, Schinken, Wurst, Salate oder kalt zubereitete Soßen
  • offene Kaltgetränke, Eiswürfel, lose verkauftes Eis
  • in Plastikfolie verpackte Nahrungsmittel wie aufgeschnittene Melonen
  • Früchte und Salate, die mit Leitungswasser gewaschen wurden
  • Salate mit Mayonnaise, cremige Süßspeisen, Tiramisu, Softeis (Salmonellengefahr)

Vorsicht bei Durchfall

Bei Reisen in heiße Länder reicht viel Trinken nicht aus! Die Mineralstoffspeicher müssen immer wieder aufgefüllt werden: Starkes Schwitzen und Magen-Darm-Infektionen mit Durchfall und Erbrechen leeren die Salzspeicher. Hausrezepte wie Obstsaft, Cola und Salzstangen sind geeignet, den Flüssigkeits- und Nährstoffhaushalt zu stabilisieren. Abhilfe gegen den Durchfall leisten sie aber nicht. Zu empfehlen sind hier ORS Lösungen.

Bei starkem Durchfall immer zum Arzt!

Durchfall-Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid lähmen die Darmtätigkeit und können so kurzfristig Symptome von Reisedurchfall mindern. Während eines Fluges, im Auto oder Bus ist der Einsatz sinnvoll. Sie sind aber kein Mittel, um Krankheitsverursacher wie Bakterien oder Toxine zu bekämpfen.
Bessert sich eine Magen-Darm-Erkrankung mit Fieber nicht innerhalb weniger Tage, oder ist Blut im Stuhl, sollte man immer zum Arzt gehen.

Scharfe Aromen können helfen

Scharfe Gewürze töten die Bakterien zwar nicht effektiv, aber sie regen die Magensäureproduktion an. Das wirkt möglicherweise dem Überfall der Bakterien entgegen.


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