Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Mineralstoffe Calcium und andere Mineralstoffe

Neben den Vitaminen übernehmen auch Mineralstoffe als anorganische Substanzen wichtige Aufgaben im Körper. Zu den Mineralstoffen zählen Calcium, Phosphat/Phosphor, Kalium, Magnesium, Natrium und Chlorid.

Stand: 21.07.2015

Verschiedene Gemüsesorten | Bild: Getty Images

Lebensnotwendige Spurenelemente sind Eisen, Jod, Zink, Fluorid, und Selen.

Calcium – der Knochenhärter

  • Aufgabe: Aufbau und Stabilisierung von Knochen und Zähnen (99 Prozent des im Körper vorkommenden Calciums befinden sich im Knochen); Zellbaustein; wichtig für Blutgerinnung, Erregung von Muskeln und Nerven.
  • Mangelerscheinungen: Knochenentkalkung, Osteoporose.
  • Natürliche Quellen: Am Besten über Milch- und Milchprodukte, aber auch in Gemüse (Spinat, Brokkoli, Grünkohl) und calciumreichen Mineralwasser.
  • Empfohlene tägliche Nährstoffzufuhr der DGE: Erwachsene 1 g, Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren 1,1 bis 1,2 g.

Magnesium – das Anti-Stress-Elixier

  • Aufgabe: Bestandteil von Enzymen (aktiviert rund 300 Enzyme im menschlichen Organismus), Stoff zur Erregbarkeit der Muskulatur, Anti-Stress-Mineralstoff.
  • Mangelerscheinungen: Übererregbarkeit der Muskeln (Krämpfe) bei Menschen mit einseitiger Ernährung und hohem Alkoholkonsum, bei Missbrauch von Abführmitteln sowie bei Sportlern. Ferner möglich: Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen und Beinen, Herzbeschwerden, Herz-Rhythmusstörungen
  • Natürliche Quellen: Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Kakao, Sesam, Leinsamen, Mohn, Amaranth, Getreideprodukte (Weizen, Vollkornbrote), Nudeln, Erbsen, Bohnen, unpolierter Reis, Milch, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, magnesiumhaltiges Mineralwasser.
  • Empfohlene tägliche Nährstoffzufuhr der DGE: 300 mg (Frauen) – ca. 400 mg (Männer).

Selen – natürliches Antioxidanz

  • Aufgabe: Schützt vor zellschädigenden Substanzen; antioxidative Wirkung; wichtig für das Immunsystem.
  • Mangelerscheinungen: Selten beobachtet (nur in Gebieten mit Selen armen Böden oder bei chronischen Erkrankungen); Selenmangel kann aber zur Störung der Herz- und Muskelfunktion sowie zu Veränderungen an den Haaren und Nägeln führen.
  • Natürliche Quellen: Sesam, Kokosnüsse, Muskelfleisch, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte, Spargel
  • Empfohlene tägliche Nährstoffzufuhr der DGE (Schätzwerte): 60 µg (Frauen) - 70 µg (Männer).

Zink – körpereigene Abwehr

  • Aufgabe: Bestandteil wichtiger Enzyme und Hormone; stärkt die Abwehrkräfte;
  • Mangelerscheinungen: Wachstumsstörungen; Beeinträchtigung von Haut, Nerven und Infektabwehr; verringerte Wundheilung
  • Natürliche Quellen: Fleisch, Fisch, Schalentiere (Garnelen), Milchprodukte und Vollkornerzeugnisse
  • Empfohlene tägliche Nährstoffzufuhr der DGE: 7 mg (Frauen) - 10 mg (Männer)

Eisen – der Sauerstofflieferant

  • Aufgabe: Zentralatom (Baustein) des Hämoglobin (roter Blutfarbstoff); Sauerstofftransport im Blut, Blutbildung, Bestandteil von Enzymen
  • Mangelerscheinungen: Sauerstoffmangel in den Zellen, Anämien. Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Störung der Wärmeregulation, erhöhte Infektanfälligkeit
  • Natürliche Quellen: Besser in tierischen (Fleisch, Fleischwaren) als in pflanzlichen Lebensmitteln (Vollkornprodukte, Spinat, Schwarzwurzeln, Kohl).
  • Empfohlene tägliche Nährstoffzufuhr der DGE: 10 mg (Männer) - 15 mg (Frauen)

Eisen – ein kritisches Spurenelement

"Frauen im gebärfähigen Alter haben häufig ein Eisendefizit. Insbesondere Schwangere und Stillende sind oft unterversorgt, aber auch junge Mädchen. Mit der Menstruation geht ein entsprechender Blutverlust und damit auch Eisenverlust einher. Hinzu kommt, dass Frauen häufig weniger Fleisch essen als Männer – aber Fleisch ist die beste Eisenquelle."

Antje Gahl, Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Jod – Treibstoff für die Schilddrüse

  • Aufgabe: Bestandteil der Schilddrüsenhormone; beeinflusst Energieumsatz, Wachstum und Knochreifung.
  • Mangelerscheinungen: Vergrößerung der Schilddrüse (der sogenannte Kropf), Schwachsinn und Kleinwuchs beim Neugeborenen.
  • Natürliche Quellen: Am Besten in Seefisch, aber auch in Milch, Eiern, jodiertem Speisesalz.
  • Empfohlene tägliche Nährstoffzufuhr der DGE: 180 - 200 µg.

Anmerkung:

Die WHO setzt die empfohlene tägliche Nährstoffzufuhr beim Jod niedriger an: Sie empfiehlt 150 µg. Auch die Schweiz schließt sich dieser Empfehlung an.

Speisesalz – künstliche Jodzufuhr

"Die Jodversorgung in Deutschland lässt noch zu wünschen übrig, da die einzige Nahrungsquelle für das Jod der Fisch ist. Inzwischen tragen auch Milch und Milchprodukte zur Versorgung bei, wenn in der Tierfütterung mit Jod angereichertes Futter verwendet wird. Man hat daher das Speisesalz jodiert, um eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Jod sicherzustellen. Es gibt auch schon mit jodiertem Speisesalz hergestellte Lebensmittel, beispielsweise Brotsorten, Wurst, Käse und Fertiggerichte."

Antje Gahl, Deutsche Gesellschaft für Ernährung


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