Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Vorübergehend stationäre Unterbringung Damit demente Menschen zu Hause bleiben können

Muss ein dementer Patient vorübergehend rund um die Uhr von Fremden gepflegt werden, z.B. weil der pflegende Angehörige selbst erschöpft ist, Urlaub machen möchte, oder ins Krankenhaus muss, dann können Kurzzeit- und Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 20.09.2017

Möglichkeiten für Angehörige | Bild: picture-alliance/dpa

Sowohl die Kurzzeit- als auch die Verhinderungspflege sichern die Pflege des dementen Angehörigen und entlasten die Pflegenden durch finanzielle Leistungen.

Kurzzeitpflege

Dabei kann der demente Patient bis zu acht Wochen in einer Einrichtung untergebracht werden,    dafür bekommen Angehörige von der Pflegekasse jährlich 1.612 € zur Verfügung. Das Heim rechnet mit der Kasse ab.

Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege kann bereits in Anspruch genommen werden, wenn der demente Pflegebedürftige noch zu Hause lebt, der pflegende Angehörige selbst aber die Arbeit nicht mehr übernehmen kann und ersetzt werden muss. In dem Fall zahlt die Pflegekasse max. sechs Wochen lang 1.612 Euro bis maximal 2.418 Euro (wenn die Kurzzeitpflege nicht eingesetzt wurde). Verhinderungspflege können auch Freunde, Bekannte oder Nachbarn übernehmen.

"Wer seinen Pflegebedürftigen im Laufe eines Kalenderjahrs zwar zur Kurzzeitpflege im Heim untergebracht hatte, die Verhinderungspflege aber nicht in Anspruch genommen hat, kann den doppelten Betrag für die Kurzzeitpflege geltend machen."

Bianca Broda, Fachreferentin Altenhilfe, PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V.

Betreuter Urlaub

Solche Urlaubsangebote machen vor allem die Alzheimer Gesellschaften. Sie sind speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und deren Angehörige ausgerichtet. Dabei können beide zusammen Urlaub machen. In so einem Pflege-Urlaub werden die dementen Patienten dann stundenweise betreut. Anschließend können Angehöriger und Patient gemeinsam etwas unternehmen.

Kuren und Reha-Aufenthalte für pflegende Angehörige

Für pflegende Angehörige gibt es besondere Kuren und Reha-Aufenthalte, z.B. im Alzheimer-Therapiezentrum in Ratzeburg. Hier steht der pflegende Angehörige im Mittelpunkt und darf den Erkrankten mitbringen.

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Berufstätige Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, können vom Pflegezeitgesetz profitieren. Das regelt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und legt fest, wie lange Pflegezeiten beim Arbeitgeber geltend gemacht werden können.


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