Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Lymphome

Von: Holger Kiesel

Stand: 18.07.2017

Mann greift sich an die Lymphknoten am Hals. | Bild: colourbox.com

Neben dem Blutkreislauf ist das Lymphsystem das zweite große Transportsystem in unserem Organismus und darüber hinaus ein Teil des körpereigenen Immunsystems. Lymphgefäße durchziehen den ganzen Körper. Sie münden in die Lymphknoten (auch Lymphdrüsen), die als "Filter" für fremde Zellen und Abbauprodukte funktionieren.

Experte:

Prof. Wolfgang Hiddemann, Leiter des Zelltherapiezentrums und Direktor der Medizinischen Klinik III, München-Großhadern | Bild: Privat

Prof. Dr. med. Wolfgang Hiddemann, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Klinikum der Ludwig-Maximilian-Universität in München

Die fünf bis zehn Millimeter kleinen, bohnenförmigen Organe befinden sich vor allem im Hals und Nacken, in der Achselhöhle, in der Leiste und im Bauchbereich. Hier wird das körpereigene Gewebswasser (die Lymphe, eine farblose, wässrige Flüssigkeit) auf Krankheitserreger "gecheckt". Falls gefährliche Stoffe vorliegen (Bakterien, Viren, Pilze, Würmer und auch Krebszellen) wird eine Kette von Immunreaktionen ausgelöst, um die "unerwünschten Eindringlinge" unschädlich zu machen.

Eigentlich ist es Aufgabe des lymphatischen Systems, den Körper vor Krankheiten zu schützen. Doch natürlich können auch Krankheiten wie Krebs im System selbst auftreten. Da sich im gesamten Körper Lymphgewebe befindet, kann Lymphdrüsenkrebs überall im Körper entstehen.

Dem Text liegt ein Interview mit Professor Dr. Wolfgang Hiddemann, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III im Klinikum München-Großhadern, zugrunde.

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