Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Reiseapotheke Die Grundausstattung

Mit diesen Mitteln verderben Magen-Darm-Infektionen, infizierte Insektenstiche oder kleinere Wunden durch reibende Schuhe oder Sportverletzungen nicht gleich den ganzen Urlaub.

Von: Johannes von Creytz

Stand: 10.07.2018

Reiseapotheke
| Bild: picture-alliance/dpa

Folgendes gehört zur Grundausstattung einer Reiseapotheke:

Reiseapotheke: Grundausstattung

  • Fieberthermometer (kein Quecksilber)
  • Desinfektionsmittel für Hand- und Wunddesinfektion (Pumpspray), Splitterpinzette, kleine Schere, ein Sortiment Wundpflaster und Wundverschlussstreifen, 2 Päckchen Verbandsgaze (steril), eine Verbandsrolle (mind. 5cm breit), eine Rolle Klebepflaster (zur Fixierung von Verbänden)
  • Jod-Salbe zur Desinfektion und gegen das Verkleben von Verbandmaterial mit der Wunde
  • Wund- und Brandsalbe (für Sonnenbrand, Insektenstiche)
  • Medikamente gegen Schmerzen und Fieber: Paracetamol 500mg Tabletten, Ibuprofen
  • Durchfall-Medikamente, z.B. mit dem Wirkstoff Loperamid (darf jedoch nicht angewandt werden bei Kindern, bei blutigen und/oder fieberhaften sowie allen schwerer verlaufenden Durchfällen)
  • Orale Rehydratationslösung (ORS) zur Behandlung von Wasser- und Elektrolytverlust bei Durchfällen (Weiteres unter Hygiene und Ernährung)
  • Mittel gegen Übelkeit - empfehlenswert sind die Wirkstoffe Ondansetron (verschreibungspflichtig) oder Dimenhydrinat (nicht verschreibungspflichtig), bzw. als pflanzliche Alternative dazu: Ingwer
  • Mittel gegen Pilzinfektionen (bei Reisen in warme Länder)
  • Sonnenschutzmittel (Näheres unter Klima und Wetter)
  • Insektenschutzmittel (Näheres unter Parasiten, Flug- und Krabbeltiere)
  • Wattestäbchen für Ohren und Nase

Je nachdem, ob es in die Tropen oder zum Skifahren geht, muss der Inhalt ergänzt werden.

Weil auf Flugreisen Koffer verloren gehen können, gehören regelmäßig benötigte Arzneien oder Hilfsmittel, wie Herzmedikamente, Antibaby-Pille oder Blutzuckermessgerät ins Handgepäck.

Zollvorschriften beachten

Einige Medikamente wie z.B. Psychopharmaka, hochwirksame Schmerzmedikamente mit Opiaten oder Morphinen und auch Schmerzpflaster, werden in einigen Ländern als illegale Drogen angesehen.

"Besonders in muslimischen Ländern wie Singapur oder Malaysia sind schon Reisende inhaftiert worden, weil sie Medikamente dabei hatten, die dort auf dem Index standen."

Dr. Andreas Müller

Informieren Sie sich deshalb zeitig vor Reiseantritt bei ihrem Arzt oder Apotheker über eventuelle Einreisebeschränkungen oder Verbote im Reiseland. Vom Arzt ausgestellte Ausnahmebescheinigungen sollten in jedem Fall auch auf Englisch verfasst sein.
Wichtige Unterlagen wie Versicherungskarten, Impfbücher und Notfallnummern sollte man zusammen mit anderen Reisedokumenten vor längeren Reisen einscannen und sich als E-Mail schicken. So hat man für den Fall eines Verlustes wenigstens die Möglichkeit, eine Kopie aus dem Internet zu holen.
Bei kühlpflichtigen Medikamenten empfiehlt sich eine batteriebetriebene Kühlbox, die über einen längeren Zeitraum eine fest eingestellte Temperatur hält. Manche Medikamente können ihre Wirksamkeit verändern, wenn sie zu kalt oder zu warm werden. Dieses Risiko besteht, wenn der Behälter lediglich mit einem Kühl-Akku gekühlt wird. Fragen Sie im Zweifel bei ihrem Arzt oder Apotheker nach.

Wichtig: Keine Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. in Aspririn) in den Tropen und bei Extremsportarten

Das in Tropen weit verbreitete Dengue-Fieber verursacht eine Reduzierung der für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen. Werden typische Dengue-Symptome wie z.B. Fieber, Gliederschmerzen und Kopfweh mit ASS behandelt, wird die Blutgerinnung noch weiter herabgesetzt, was zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann.

Vor dem Ausüben von verletzungsträchtigen Sportarten sollte ebenfalls auf ASS verzichtet werden. Kommt es zu einem Unfall, kann es schwer werden, Blutungen zu stillen.

Im Ausland gekaufte Medikamente können problematisch sein

Der Kauf von wichtigen Medikamenten wie Antibiotika, Notfallmedizin oder Arzneien, die ständig gebraucht werden, ist in Entwicklungsländern generell nicht zu empfehlen. Medikamentenfälschungen sind in einigen Ländern häufig und selbst für Fachleute oft schwer erkennbar.
Weiterer Nachteil: Ein fremdsprachiger Beipackzettel kann dazu führen, dass Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten übersehen werden.


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