Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


9

Chronische Krankheiten Wenn sich das Immunsystem irrt

Unser Immunsystem muss unentwegt neu sondieren, was zum Körper gehört und was nicht. Je nachdem, trifft es seine Entscheidungen: Fremde Zellen werden eliminiert, eigene geschützt. Aber manchmal irrt es sich oder es wird ausgetrickst. Dann können sich chronische Krankheiten ausbreiten.

Von: Justina schreiber

Stand: 25.11.2016

Symbolbild: Maschendrahtzaun mit Loch - eine Lücke im Abwehrnetz | Bild: picture-alliance/dpa

Wenn das Immunsystem „aus Versehen“ körpereigene statt fremde Zellen angreift, bilden sich Autoimmunerkrankungen oder Allergien heraus. Die Ursachen dafür sind noch längst nicht wissenschaftlich geklärt. Cortison ist dann das Medikament der Wahl. Denn es schwächt die Immunreaktion ab.

Krebs

Krebs dagegen entsteht, weil der Körper eben im Grunde nicht gegen sich selbst vorgeht. Tumoren bestehen jedoch nahezu ausschließlich aus körpereigenem Zellmaterial. Die medizinische Forschung bemüht sich deshalb, evt. durch Mutation entstandene „fremde“ Moleküle eines malignen Geschwürs zu finden, um eine Immunreaktion des Körpers hervorrufen zu können.

Ein ewiger Kampf mit allen Waffen

So wie sich das Immunsystem immer wieder auf neue fremde Erreger einstellen muss, passen sich auch manche Viren an, um das Immunsystem auszutricksen. Sie schleusen sich z. B. in Zellen ein, ohne dass sich die Struktur der Moleküle auf der Oberfläche verändert. Oder sie unterbinden wichtige Mechanismen der Immunabwehr. Bei chronischer Hepatitis B und C oder bei Herpesinfektionen ist das der Fall. Das Immunsystem kann die Erreger nun nicht mehr identifizieren und effizient eliminieren.

HIV

Bei einer HIV-Infektion wird das Immunsystem selbst zum Ziel des Angreifers. Der Virus infiziert und zerstört T-Zellen. Der kontinuierliche Verlust an T-Zellen schwächt das erworbene Immunsystem zunehmend.


9