Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Erektionsstörungen Die Naturheilkunde steht ihren Mann

Erektionsstörungen sind immer noch ein Tabuthema. Dabei leiden in Deutschland geschätzte fünf Millionen Männer darunter - das ist ein Fünftel aller Männer zwischen 30 und 80 Jahren. Lässt sich als Ursache eine organische Erkrankung wie Diabetes, eine koronare Herzkrankheit oder Arteriosklerose ausschließen, dann können psychische Probleme wie Depressionen, Leistungsdruck oder ungelöste Konflikte die Ursache sein. Oft vermischen sich aber auch körperliche und seelische Faktoren miteinander.

Von: Tanja Zieger

Stand: 21.07.2016

Michelangelos David in der Accademiea di Belle Arti - der Bildausschnitt zeigt sein Gemächt | Bild: imago/Westend61

Die zentrale Rolle bei einer Erektion spielt ein Botenstoff im Gehirn, das zyklische Guanin-Monophosphat. Werden stimulierende Reize wie Düfte, Berührungen oder Fantasien wahrgenommen, gibt das Gehirn das Signal für die Erektion. Die Muskeln im Schwellkörper entspannen sich, die Blutgefäße im Penis werden geweitet. Durch die erhöhte Blutmenge wird der Penis steif und richtet sich auf.

Lust auf Sex - eine Frage des Testosterons

Fällt der Testosteronspiegel, wie normalerweise mit steigendem Mannesalter, dann verringert sich auch der Geschlechtstrieb und damit die Bereitschaft zur Erektion. Doch nicht nur das Alter, auch das Körpergewicht und die körperliche Aktivität haben einen Einfluss auf den Testosteronspiegel.

"Viele Männer haben Potenzprobleme, die in erster Linie durch Lebensstilfaktoren begründet werden."

Dr. med. Artur Wölfel

Bewegungsmangel hat einen direkten Einfluss auf den Testosteronspiegel. So steigert Bewegung den Testosteronanteil nachweislich um bis zu 20 Prozent. Auch zu viel Bauchfett kann zu einem Absinken des Testosteronspiegels führen. Eine ausgewogene Ernährung mit frischen Nahrungsmitteln, Gemüse, ausreichend Ballast – und Vitalstoffen, führt nicht nur zum richtigen Körpergewicht, sondern reguliert auch über den Abbau von Bauchfett den Hormonhaushalt im Körper.

Erektion heißt erstmal Entspannung

Um eine Erektion zu bekommen, muss man sich entspannen. Verhindert das ein stressiger und zu angespannter Alltag, empfiehlt Dr.med. Yanqing Wellenhofer-Li Taigawurzel und Rosenwurz. Aphrodisierend, also luststeigernd, wirken nach TCM-Lehre unter anderem Hirschfleisch, Zimt und Sternanis. Für die Stabilisierung der Potenz und eine bessere Durchblutung setzt die TCM Ärztin auf Ginkgo, sowie schwarze Sojabohnen, Sesam, Weintrauben und Walnüsse. Das harmonisiere den sogenannten „Nierenfunktionskreislauf“, der laut chinesischer Medizin bei Potenzproblemen gestört ist.

Kügelchen für den Penis

Hat die erektile Dysfunktion einen emotionalen bzw. mentalen Hintergrund, kann sich auch eine homöopathische Konstitutionstherapie lohnen, die diesen Zusammenhang berücksichtigt. „Barium carbonikum“ ist ein Mittel für den entschlussunfähigen Mann, der Verantwortung scheut. Die Furcht zu versagen, lässt an „Argentum nitricum“ oder „Gelsemium“ denken, und die „Unlust“ infolge von Erschöpfungszuständen und geistiger Überarbeitung an „Acidum picrinicum.“ Allerdings muss ein erfahrener homöopathischer Arzt entscheiden, für welchen Mann welches Mittel hilfreich sein könnte.


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