Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Die männliche Erektion Was bestimmt die Lust beim Mann?

Zahlreiche Faktoren bestimmen die sexuelle Lust des Mannes. Das Sexualhormon Testosteron wird hier oft an erster Stelle genannt, spielt aber gar keine so bedeutende Rolle. Nicht jeder Mann, der einen hohen Testosteronspiegel hat, hat auch eine besonders ausgeprägte Libido und umgekehrt. Dagegen können Umweltfaktoren die sexuelle Lust stark beeinflussen.

Von: Holger Kiesel

Stand: 24.10.2017

Antike griechische Statue eines nackten Mannes, die am Boden liegt. | Bild: picture-alliance/dpa

Während körperliche Aktivität und positiver Stress eher anregend wirken, hemmen Bewegungsmangel, Übergewicht, schlechte Ernährung und negativer Stress die Libido eher.

Die Erektion als Gradmesser männlicher Gesundheit

Gesundheit und Sex hängen eng zusammen. Dementsprechend ist die Erektion ein feiner Gradmesser für gesundheitliche Probleme bei Männern. So gibt sie beispielsweise Hinweise auf den Zustand des männlichen Gefäßsystems. Liegt etwa eine Gefäßschädigung vor, äußert sich das oft zunächst in Erektionsproblemen, da die Adern im Penis besonders fein sind.

"Nicht umsonst wird die Erektion auch als 'Wünschelrute' der männlichen Gesundheit bezeichnet!"

Prof. Theodor Klotz, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit und Chefarzt an der Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderneurologie in Weiden in der Oberpfalz

Erektionsstörungen

Bei einer Erektion wird Blut in den Penis gepumpt, um ihn zu vergrößern und zu versteifen. Das bedeutet: Alles, was unserem Gefäßsystem schadet, beeinträchtigt auch die Erektionsfähigkeit eines Mannes. Das heißt jedoch umgekehrt nicht, dass Potenzprobleme nur körperliche Ursachen haben müssen. Auch Depressionen, hormonelle Störungen oder Stress (egal, ob innerhalb oder außerhalb der Partnerschaft) können mögliche Gründe sein.

Was die Erektion noch stört

Auch bestimmte Erkrankungen oder Umwelteinflüsse können zu einer erektilen Dysfunktion führen. Dazu gehören etwa:

Erektionsprobleme durch Versagensangst oder Stress

Stress kann Potenzprobleme verursachen. Denn: Das Stresshormon Adrenalin ist Gift für jede Erektion. So kann es bei der Anbahnung einer neuen erotischen Beziehung – gerade bei sehr jungen Männern – schon mal zu Erektionsschwierigkeiten kommen, weil die Männer sexuell besonders leistungsfähig sein möchten und dann vor Aufregung zu viele Stresshormone produzieren.

Die Zukunft der Männergesundheit

Für die Zukunft liegt im Bereich der Männergesundheit eine der größten Herausforderungen darin, gesundheitliche Probleme – auch im Bereich der Sexualität - und die kürzere Lebenserwartung der Männer von ihrer 'Schuldbeladenheit' zu befreien.

"Bei Männern heißt es oft: Du bist ja selber schuld an Deinen Problemen, weil Du zu viel rauchst, zu viel Stress hast, zu viel arbeitest etc. Um die Schuldfrage geht es hier aber nicht."

Prof. Theodor Klotz, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit und Chefarzt an der Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie in Weiden in der Oberpfalz


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