Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Falsche Ernährung Was das Darmkrebsrisiko erhöht

Wer Übergewicht hat, an einer Störung der Insulinverarbeitung (Diabetes mellitus) oder einer Stoffwechselstörung leidet, hat ein nachweislich erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Unter den Nahrungsmitteln befördern laut Studien besonders ballaststoffarme oder fettreiche Kost und rotes Fleisch (speziell wenn es stark gesalzen, gepökelt, geräuchert oder scharf angebraten wird) die Entstehung von Tumoren im Darmbereich.

Von: Holger Kiesel

Stand: 07.03.2016

Torten und Süßwaren auf Kuchentellern | Bild: imago Stock

Die Gefahr steigt weiter, wenn jemand zusätzlich auch noch raucht oder eine genetische Disposition in seiner Familie vorliegt.

Falsche Ernährung fördert Darmkrebs

Die offensichtlichste Folge falscher und unausgewogener Ernährung - das Übergewicht - gehört (neben Rauchen und Bewegungsmangel) zu den drei größten Risikofaktoren für Darmkrebs. Was genau passiert, ist Folgendes: Durch falsche Ernährung verändert sich die Darmflora ungünstig, das heißt die Millionen verschiedene Bakterien, die in unserem Darm ihre Arbeit verrichten. Außerdem begünstigt Übergewicht hormonelle Störungen.

Entzündungen im Darm

In der Folge werden im Darm in Wechselwirkung mit dem Nahrungsbrei Schadstoffe gebildet. Zusammen mit schädlichen Substanzen, die bereits in der Nahrung vorhanden sind, lösen diese Entzündungsprozesse an der Darmschleimhaut aus. Die nächste Stufe sind Wucherungen im Darm, aus denen dann, insbesondere bei Menschen mit einer entsprechenden genetischen Disposition, Polypen und im weiteren Verlauf Darmkrebs entstehen können.

Übergewicht ist gefährlich

Starkes Übergewicht führt dazu, dass die Menge an Insulin steigt, die ein Mensch benötigt, um seinen Glucose-Stoffwechsel zu bewältigen. Dieser erhöhte Bedarf wird von der Bauchspeicheldrüse befriedigt. Auf Dauer entwickelt sich dann aber eine Unempfindlichkeit (Resistenz) gegen und eine Überversorgung mit Insulin (Hyperinsulinämie). Da Insulin nicht nur für den Zuckerstoffwechsel verantwortlich ist, sondern im Körper auch (gutartige wie bösartige) Wachstumsprozesse ankurbelt, kann eine solche Überversorgung in der Konsequenz auch Darmkrebs fördern, indem sie die Wirkung bereits vorhandener anderer Risikofaktoren verstärkt.

Nicht zu viel essen!

Zu viel essen ist nicht gut für den Darm. Dabei ist das Problem nicht so sehr die Größe der einzelnen Portion, als vielmehr die gesamte Kalorienzufuhr über den Tag. Wie hoch der Bedarf eines Menschen hier ist, hängt dabei davon ab, wie sehr er sich körperlich beansprucht. Bei mittlerer Belastung liegt der Energiebedarf bei etwa 2400 Kilokalorien pro Tag.

Problem:

Da wir häufig gar nicht essen, um unseren Nährstoffbedarf zu decken, sondern beispielsweise um uns zu belohnen, aus Langeweile oder Gewohnheit, nehmen wir häufig sehr viel mehr Kalorien zu uns als nötig!

Zuviel Zucker schadet dem Darm

"Man muss nicht bewusst zuckerarm essen. Ab und zu Schokolade ist kein Problem. Dauernd Schokolade schon."

Prof. Dr. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor am Klinikum Hamburg-Eppendorf

Alkohol in Maßen

Auch das Trinken ist Teil der Ernährung. Was dem Darm in diesem Zusammenhang am meisten schadet, ist regel- oder übermäßiger Alkoholgenuss. Denn: Auch Alkohol beeinflusst die Darmflora negativ. Außerdem wirken bestimmte Abbauprodukte des Alkohols direkt schädlich auf die Zellen. In der Folge kann es zu Entzündungsreaktionen und damit zur überschießenden Bildung von Bindegewebe kommen. Letztlich kann dadurch auch Krebs entstehen.

Nicht so süß trinken!

Prinzipiell gilt beim Trinken dasselbe wie beim Essen: Zu viel Zucker ist nicht gut für den Darm! Eine krebsfördernde Wirkung von Getränken, die viel Kohlensäure oder künstliche Süßstoffe enthalten, ist hingegen nicht nachgewiesen.


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