Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Hintergrund Blutbildung

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Blutspenden Leben retten

In Deutschland gibt es zwischen drei und vier Millionen Blutspender. Damit ist der Bedarf im Moment gut abgedeckt. Vor allem das Deutsche Rote Kreuz, aber auch andere Blutspendedienste oder Unikliniken nehmen Spenden entgegen.

Stand: 02.01.2017

Blut | Bild: picture-alliance/dpa

Nach dem Prinzip der Weltgesundheitsorganisation WHO handelt es sich beim Blutspenden um einen freiwilligen und unentgeltlichen Dienst. Damit sei die Sicherheit der Spenden am besten gewährleistet. In Deutschland sind vom Gesetzgeber Aufwandsentschädigungen zwischen zehn und 25 Euro für eine Vollblutspende erlaubt.

"Bluttransfusionen sind auch heute noch lebensrettend. Es gibt Fälle von Patienten, die über einhundert Erythrozytenkonzentrate erhalten haben, weil sie massiv aus verschiedenen Gefäßlecks geblutet haben – zum Beispiel während einer OP, die dann in Notfallräumen der Chirurgie stattfindet. Solche Patienten überleben nur dadurch, dass ausreichend Blutkonserven zur Verfügung stehen und dass diese laufend gegeben werden. Nur dann kann der komplette Stillstand des Blutkreislaufs durch Blutverlust verhindert werden – solange bis die Chirurgen die entsprechenden Gewebeabschnitte des Patienten versorgt, die Wunden genäht und den laufenden Blutaustritt unterbunden haben."

Prof. Reinhard Henschler, ehem. Leiter der Abteilung Transfusionsmedizin des Klinikums der LMU

Wer darf spenden – wer nicht?

Jeder gesunde Mensch im Alter von 18 bis über 60 Jahren kann Blut spenden, in Einzelfällen sogar bis 70. Innerhalb von 12 Monaten dürfen Frauen viermal und Männer sechsmal Blut spenden. Wichtig ist, dass keine gesundheitlichen Hinderungsgründe vorliegen, was durch Fragebögen und Einzelgespräche vor der Blutspende sichergestellt wird.

Wer darf nicht spenden?

  • Personen, die in einem bestimmten Zeitraum in Länder gereist sind, in denen Infektionskrankheiten vorherrschen, die es in Deutschland nicht gibt. Es wird nicht gezielt daraufhin getestet.
  • Patienten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, weil sie das Spenden nicht vertragen würden.
  • Homosexuelle sind ebenfalls ausgeschlossen.

Vollblut, Plasma oder Blättchen

Bei einer klassischen Vollblutspende werden knapp 500 ml entnommen. Das Blut wird dann in verschiedene Bestandteile zerlegt, sodass aus einer Spende verschiedene Konserven hervorgehen: rote Blutkörperchen, Blutplättchen und Blutplasma. Man kann auch nur einzelne dieser Komponenten spenden – mit dem Apherese-Verfahren: Maschinen mit eigenen Zentrifugen entnehmen Blut und trennen es nach Dichteschichten. So kann man gezielt nur einzelne Blutzelltypen absammeln, und die nicht benötigten während der Spende zurückgeben. Meistens betrifft das Plasma- und Blutblättchenspenden, in Einzelfällen auch rote Blutkörperchen.

Regeln für die Bluttransfusion

Unnötige Transfusionen sollen möglichst vermieden werden, da trotz aller Vorsicht verschiedene Restrisiken wie zum Beispiel das einer noch unbekannten Infektion oder einer Verwechslung bestehen. Deswegen muss für eine Bluttransfusion immer eine klare Notwendigkeit vorliegen, und sowohl diese Indikation als auch der Therapieerfolg müssen dokumentiert werden. Zudem darf die Transfusion ausschließlich durch eine Arzt erfolgen. Natürlich muss vor jeder Bluttransfusion außerdem die Verträglichkeit der Blutkonserve sichergestellt sein.


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