Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Blutbank Eine Apotheke für Blutbedarf

In einer Blutbank werden – ähnlich wie in einer Apotheke – therapeutische Präparate bereitgehalten: Blutkonserven. So kann im Fall der Fälle ein Patient bei Blutmangel oder Blutverlust schnell versorgt werden.

Stand: 02.01.2017

Blut | Bild: colourbox.com

In jedem Maximalversorgungskrankenhaus – das sind Kliniken, die eine umfassende Versorgung bereitstellen, zum Beispiel Universitätskliniken – gibt es eine Blutbank. Aber auch kleinere Krankenhäuser sind mit einem Blutdepot ausgestattet.

"Die Blutbank ist als zentrale Einrichtung dafür verantwortlich, dass zu jeder Zeit das richtige und eine ausreichende Menge der Blutkomponenten zur Verfügung stehen, und dass ihre Anwendung nach dem Stand von Wissenschaft und Technik sichergestellt wird."

Prof. Reinhard Henschler, ehem. Leiter der Abteilung Transfusionsmedizin des Klinikums der LMU

Schnelle Hilfe im Notfall

Blutspenden können Leben retten

Schwerverletzte Patienten, beispielsweise nach einem Verkehrsunfall, verlieren viel Blut – das ist lebensgefährlich. Für sie müssen innerhalb weniger Minuten Erythrozyten-Transfusionen zur Verfügung stehen, also Blutkonserven mit roten Blutkörperchen. In besonders schweren Fällen können für einen Patienten über 100 solcher Erythrozytenkonzentrate benötigt werden. Auch Blutplättchen-Konzentrate oder Plasmapräparationen müssen in ausreichender Zahl vorrätig sein.

"Vollbluttransfusionen gibt es in entwickelten Ländern nicht mehr. Man transfundiert heute ausschließlich den Teil des Blutes, der auch tatsächlich vom Patienten benötigt wird, das heißt die Vollblutspenden werden in den Produktionsstätten eines Blutspendedienstes aufgetrennt in die Erythrozytenkonzentrate, die Blutplasmapräparationen und Thrombozytenkonzentrate."

Prof. Reinhard Henschler, ehem. Leiter der Abteilung Transfusionsmedizin des Klinikums der LMU

Ständiges Nachfüllen

Die einzelnen Blutkonserven sind jeweils nur über einen bestimmten Zeitraum haltbar.

  • Am wenigsten lang halten Blutplättchenkonzentrate, nämlich nur vier Tage.
  • Rote Blutkörperchen kann man bis zu sieben Wochen lagern.
  • Blutplasma-Konserven können eingefroren und daher bis zu zwei Jahre lang aufbewahrt werden.

Die Bestückung einer Blutbank muss also regelmäßig erneuert werden, was bedeutet, dass auch täglich neues Blut benötigt wird.

Blutbank im Klinikum der LMU Großhadern

Täglicher Vorrat an Blutkonserven:

  • 600-1.000 Konserven roter Blutkörperchen à 250 ml
  • 40-100 Blutplättchenpräparate à 250 ml
  • über 1.000 Konserven mit Blutplasma à 250 ml

Eigener Bedarf pro Tag im Schnitt:

  • 120 Konserven roter Blutkörperchen
  • 30 bis 40 Blutplättchenpräparate
  • 50 Konserven mit Blutplasma

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