Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Umgang mit Krisen Wie man reagiert, hängt von der Persönlichkeit ab

Der Umgang mit Krisen und schwierigen Lebenssituationen ist sehr individuell. Manche haben besonders viel Widerstandskraft. Sie besitzen die Eigenschaft der Resilienz. Andere werden dagegen schnell aus der Bahn geworfen.

Von: Holger Kiesel

Stand: 03.07.2017

Computertastatur mit einem Klebezettel, auf dem "Stress" steht. | Bild: picture-alliance/dpa

Bislang gibt es nur wenige Studien dazu, wie sich die Symptome bei einer Anpassungsstörung im Einzelfall verteilen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass ein Betroffener das Verhalten zeigt, das sich auch in anderen schwierigen Situationen bei ihm beobachten lässt.

"Wer auf schlechte Nachrichten allgemein eher ängstlich und depressiv reagiert, wird sich auch bei einer Anpassungsstörung so verhalten. Und wer etwa bei Prüfungsstress Verdauungsprobleme bekommt, bei dem werden sie wahrscheinlich auch in dieser Situation auftreten."

Prof. Reinhart Schüppel, Chefarzt der Johannesbad Fachklinik Furth im Wald.

Wer besonders anfällig ist

Darüber, wer besonders anfällig für eine Anpassungsstörung ist, weiß man bislang wenig. Die Gefahr steigt allerdings, wenn ein Ereignis (z.B. ein Todesfall) entweder unvorbereitet eintritt oder in einer Phase, in der sowieso schon 'viel los ist'.

Wichtig:

Wie gravierend ein Ereignis für den Betroffenen wirklich ist, kann nicht von außen und objektiv festgelegt werden, sondern liegt letztlich allein in der subjektiven Wahrnehmung des Betroffenen.

Manche sind besonders anpassungsfähig

Es gibt auch Menschen, die ziemlich gut mit krisenhaften Situationen zurechtkommen und vielleicht insgesamt eine höhere Widerstandskraft gegen psychische Erkrankungen besitzen. In der Psychologie spricht man dann von einer hohen Resilienz. Deren Voraussetzungen liegen teilweise in den Genen, andererseits in der eigenen Lebensführung. Auch Personen im näheren Umfeld, die einen stützen und fördern, können diese Widerstandskraft stärken.

Einige suchen schwierige Situationen

Bei manchen Menschen hat man den Eindruck, dass sie schwierige Situationen geradezu suchen, wir sprechen dann von 'Sensation Seeking Behavior'.

Die Rolle der Gene

Wie groß der Anteil der Genetik bei der Anpassungsstörung ist, muss noch genauer untersucht werden. Generell kann man jedoch für psychische wie körperliche Erkrankungen sagen, dass meist etwa 50 Prozent der Ursachen in den Anlagen eines Menschen liegen. Eine besonders wichtige Rolle für die Anpassungsstörung spielt die Frage, wie schnell jemand genetisch bedingt in der Lage ist, Stress und die dabei ausgeschütteten Hormone wieder abzubauen.


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