Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Diagnostik und Prävention Der Weg zur Diagnose

Belastenden Lebenssituationen langfristig komplett aus dem Weg zu gehen, ist schwierig. Wer mit Stress besser klarkommen will, muss Ausgleich schaffen – und entspannen lernen!

Von: Holger Kiesel

Stand: 03.07.2017

Anpassungsstörung: Frau sitzt erschöpft am Arbeitsplatz | Bild: picture-alliance/dpa

Die meisten Patienten mit einer Anpassungsstörung gehen mit der Befürchtung zum Arzt, sehr ernsthaft erkrankt zu sein (etwa an einer Depression). Sie haben sich bislang gesund gefühlt und plötzlich treten Beschwerden auf. Deshalb ist es im Anamnesegespräch beim Haus- oder Facharzt entscheidend, herauszufinden, ob es in letzter Zeit ein Ereignis gegeben hat, das die Symptome ausgelöst haben könnte. Handelt es sich tatsächlich um eine Anpassungsstörung, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser konkrete Auslöser finden.

Manchmal dauert es etwas

Wenn die Frage nach dem auslösenden Ereignis unter den Tisch fällt, kann der Weg zur Diagnose Anpassungsstörung durchaus auch länger dauern. Beispiel: die eher unspezifischen körperlichen Symptome wie beschleunigter Puls oder Änderung des Appetits führen dann auf eine falsche Fährte. Erst nach einem (manchmal auch nötigen) Umweg über medizinische Diagnostik denkt man dann an die Anpassungsstörung.

Prävention ist schwierig, aber möglich

Da die Ereignisse, die eine Anpassungsstörung auslösen können, nun einmal zum Leben dazugehören, können wir ihnen auch kaum auf Dauer aus dem Weg gehen. Und auch den Zeitpunkt, wann uns ein Schicksalsschlag trifft, können wir uns ja nicht aussuchen.

"Die einzig sinnvolle Prävention gegen eine Anpassungsstörung ist es letztlich, Ausgleich in Stresssituationen zu schaffen: genügend schlafen, sich ausreichend bewegen, sich gesund ernähren und beispielsweise mit Hilfe von Entspannungstechniken abschalten lernen."

Prof. Reinhart Schüppel, Chefarzt der Johannesbad Fachklinik Furth im Wald.


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