Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Werner Küstenmacher Gedanken zur Passionszeit

Am dritten Tag nach der Hinrichtung Jesu, so erzählt der Evangelist Johannes in der Bibel, fand Maria Magdalena das Grab leer, in das sie den Leichnam gelegt hatten.

Published at: 22-2-2024

Gedanken zur Passionszeit | Bild: BR

22 Februar

Donnerstag, 22. Februar 2024

Am dritten Tag nach der Hinrichtung Jesu, so erzählt der Evangelist Johannes in der Bibel, fand Maria Magdalena das Grab leer, in das sie den Leichnam gelegt hatten. Am Abend versammelten sich die Jünger und hatten aus Angst die Türen fest verschlossen. Aber da kommt Jesus, tritt mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Jesus kommt nach seinem Tod durch verschlossene Türen. Der Dichter und Griechenlandkenner Erhart Kästner liebte diese Bibelstelle. Denn sie erinnerte ihn an eine Vorstellung aus der griechischen Mythologie: Das Grauenvolle am Hades, der Welt der Toten, sind die für immer verschlossenen Türen. Jesus ist auferstanden von den Toten. Das ist ein Kernsatz des christlichen Glaubens. Aber was haben wir davon? Wir sterben weiterhin. Wir gehen am Ende in die Ewigkeit, ins Jenseits, den Hades oder wie immer man es nennt. Ja. Doch etwas hat sich verändert: Die Türen sind nicht mehr dicht. Das ist das Geheimnis, auf das wir in den jetzt noch fünf Wochen der Passionszeit zugehen.

Werner Küstenmacher / unveröffentlichter Text


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