Bayern 2 - Gedanken zum Tag


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Ansgar Stüfe Gedanken zum Tag

Herabwertungen von Menschen aus anderen Kulturen kommen aus tiefsitzenden Trieben.

Stand: 27.04.2021

Gedanken zum Tag | Bild: colourbox.com/Montage: BR

27 April

Dienstag, 27. April 2021

Herabwertungen von Menschen aus anderen Kulturen kommen aus tiefsitzenden Trieben. Menschen organisierten sich zunächst in Familien und Familienverbänden. Diese waren die Überlebensstrukturen alter Gesellschaften. Jeder, der nicht dazugehörte, war minderwertig. (…) In dieser Hochschätzung des eigenen Clans ist ein großes Menschheitsproblem verborgen Die Lehre Jesu widerspricht dem diametral. Nach seinen Aussagen ist jeder Mensch gleich, weil er seine eigene Schwester und sein eigener Bruder ist. Jesus distanzierte sich von der Familienstruktur seiner Zeit mit Worten, die an Klarheit nichts zu wünschen übrigließen. Als ihm gesagt wurde, seine Mutter und seine Familie stünden vor der Tür und wollten ihn sprechen, wies er auf die umstehenden Menschen und sagte: "Diese sind meine Mutter, meine Schwestern und meine Brüder." Wenn wir diese Lehre Jesu ernst nehmen würden, könnten wir den Wert anderer Menschen nicht mehr herabsetzen. Auch unser Selbstwertgefühl hinge dann nicht mehr davon ab, ob wir akademische Titel haben, Deutsche oder Afrikaner sind oder gar Mann oder Frau. Unsere Existenz allein schafft unseren Wert Das sollten wir uns jeden Abend bei der Tagesrückschau vor Augen halten.

Entnommen aus: Ansgar Stüfe "Die kleine Trostapotheke. Weisheit für unfreundliche Zeiten", von Anselm Grün und Ansgar Stüfe, Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2020


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