Bayern 2 - Gedanken zum Tag


1

Helen Heinemann Gedanken zum Tag

Vom freien Kind holen wir uns die Energie. Man kann sich das tatsächlich vorstellen wie ein Feuer, das einen Heißluftballon antreibt.

Stand: 26.04.2021

26 April

Montag, 26. April 2021

Vom freien Kind holen wir uns die Energie. Man kann sich das tatsächlich vorstellen wie ein Feuer, das einen Heißluftballon antreibt. Wenn der Ballon nicht ordentlich befeuert wird, kann er nicht aufsteigen, dann schleift er über den Boden, und alles ist hart und schmerzhaft. Wenn er aber gut befeuert wird, wird alles leicht, wir heben ab und können schwebend eine neue Perspektive einnehmen. (…) Bei vielen ist das freie Kind ganz unmerklich immer kleiner geworden, und zwar in dem Maße, in dem sie selbst Verantwortung übernommen haben, erwachsen geworden sind. Dabei ist es unerheblich, ob man selbst Kinder hat oder nicht. Es kann auch sein, dass die starke Verantwortung im Beruf dazu führt, dass der spielerische, kreative Anteil immer schwächer wird. Das geschieht oft so allmählich, dass wir die Veränderung in unserem Alltag gar nicht wahrnehmen. Wir finden das normal: So ist es eben, erwachsen zu sein. Wenn allerdings das freie Kind-Ich immer weiter in den Hintergrund gerät, dann wird auch unser inneres Feuer immer kleiner, und es kommt zu einem Burnout. Dann wissen wir häufig nur noch, was wir nicht wollen oder was wir nicht mehr wollen. Aber um voranzukommen, müssen wir weg von "Ich will dieses oder jenes nicht" hin zu "Ich will genau das".

Entnommen aus: Helen Heinemann "Irgendwas muss anders werden! Neue Wege aus der Erschöpfung", mit Katharina Gerhardt, Rowohlt Verlag, Hamburg 2021


1